And the Oscar goes to …

Die Academy Awards, in Deutschland eher als Oscars bekannt, sind Filmpreise, die die amerikanische Academy of Motion Picture Arts and Sciences jedes Jahr in 24 verschiedenen Kategorien verleiht. Über die Aussagekraft des Preises lässt sich sicherlich streiten, aber unterhaltsam ist die Verleihung allemal. Wie angekündigt haben wir als Filmbegeisterte die Oscarverleihung verfolgt. Natürlich wollten wir auch den roten Teppich nicht verpassen. Dort gab es dieses Jahr vergleichsweise wenige große Stars zu sehen, was auch Anlass zu Spekulationen gegeben hat, ob sie sich unangenehmen Fragen nicht stellen wollen. Aber wir haben uns einfach mit einem Red Carpet Bingo von PorchDrinking.com die Zeit vertrieben: 

Das war ziemlich witzig, auch wenn wir ein paar Sachen aufgrund der deutschen Übertragung ändern mussten (bei uns gab es z.B. keine „American Idol“-Werbung, was auch gefragt war). Hier sollte man auch mal ein kurzes Wort zur deutschen Version verlieren: Während der deutsch-amerikanische Moderator Steven Gätjen seinen Job sehr gut gemacht und den Stars interessante Fragen gestellt hat, hat uns das Mode-Team nicht überzeugt. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber alleine schon die wilden Schwenks des Kameramanns waren sehr irritierend, mal ganz abgesehen von ans Sexistische grenzenden Äußerungen wie „falsche Gelegenheit“ und „so geht man doch nicht zu den OSCARS!“, als Emma Stone im (wohlgemerkt sehr teuren) Hosenanzug auftauchte. 

Quelle: cosmopolitan.com

Wenn man auch den roten Teppich mitnimmt, dauert die Oscar-Nacht ganz schön lange, wir saßen von halb zwölf bis sechs Uhr morgens zusammen. Dazu mussten wir uns natürlich nicht nur mit Kaffee eindecken, sondern auch mit einer ordentlichen Portion Snacks. Die armen Stars mussten im Gegensatz zu uns ganz ohne Essen durchhalten.

Ja, und dann fing auch schon die eigentliche Zeremonie an. Jimmy Kimmel war sehr unterhaltsam und hat durchaus einige politische Seitenhiebe verteilt. Ein Beispiel: „We don’t make films like ‚Call Me By Your Name‘ for money. We make them to upset Mike Pence.“ (In „Call Me By Your Name“ geht es um eine Affäre zwischen einem Jugendlichen und einem Freund seines Vaters). Insgesamt fand ich die Oscars dennoch relativ „harmlos“, es wurden schon deutlichere Worte gesprochen und die Dankesreden waren zumeist genau das – Dankesreden. Die Ausnahme war Frances McDormand, die aber nun auch keine wirkliche Kritik geübt hat, sondern eher die Anwesenheit so vieler nominierter Frauen hervorgehoben hat.

Wer auf Facebook aufgepasst hat, weiß, dass wir vorab eine Prognose für einige ausgewählte Kategorien veröffentlicht hatten, hier gibt es sie noch einmal im Vergleich mit den Gewinnern:

Best Picture: „Dunkirk“ -> „The Shape of Water“
Best Actor: Gary Oldman, „Darkest Hour“
Best Actress: Frances McDormand, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Best Supporting Actor: Sam Rockwell, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Best Supporting Actress: Octavia Spencer, „The Shape of Water“ -> Allison Janney, „I, Tonya“
Best Animated Feature Film: „Coco“
Best Costume Design: „Beauty and the Beast“ -> „Phantom Thread“
Best Original Song: „This Is Me“ from „The Greatest Showman“ -> „Remember Me“ from „Coco“

Immerhin, die Hälfte war richtig, vielleicht können wir uns nächstes Jahr noch steigern. Aber beim besten Film gingen intern die Vermutungen auch am weitesten auseinander, während wir uns z.B. bei Frances McDormand als beste Darstellerin ziemlich einig waren. Die meisten Preise hat dieses Jahr übrigens „The Shape of Water“ mit „Bester Film,“ „Beste Regie,“ „Beste Filmmusik“ und „Bestes Produktions-Design“ abgeräumt.

Guillermo del Toro, der Regisseur von „The Shape of Water“ Quelle: oscar.go.com

Auch wenn es dieses Jahr keinen so pikanten Skandal gab wie 2017, als fälschlicherweise „La La Land“ als bester Film verkündet wurde: Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß (kleiner Tipp: die Werbepausen lassen sich super mit Filmzitate-Rätseln rumbringen).

 

Sandra Kalhofer

Sandra Kalhofer

Sandra liebt Sprachen und arbeitet gerne mit Kindern, deshalb studiert sie Lehramt Gymnasium mit den Fächern Englisch und Französisch. Ihre Liebe zum Schauspielern hat sie schon in der 5. Klasse entdeckt und die hat sie auch zur KultLaute-Theatergruppe gebracht. Außerdem hat Sandra scheinbar viel zu viel Zeit, deswegen macht sie auch bei allen möglichen Gruppen und Projekten mit. Für KultLaute opfert sie aber besonders gerne ihre Freizeit.

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