KinoLaute – „Justice League“

In guter KultLaute-Kino-Tradition haben wir uns dieses Mal dem neuesten DC-Streifen „Justice League“ angenommen. Mit Aquaman, Flash und Cyborg werden hier nicht nur drei neue Helden in das neue DC-Kino-Universum eingebracht, auch der seit „Batman v Superman: Dawn of Justice“ totgeglaubte Superman kehrt auf die Leinwand zurück. Gemeinsam mit Wonderwoman und angeführt von Batman, der das Team überhaupt erst zusammen bringt, treten die Helden gegen den Superschurken „Steppenwolf“ an. Dieser übelgelaunte, außerirdische Axtmörder hat vor, die Erde mit Hilfe eines Haufen Dämonen zu unterjochen und umzugestalten – was Superschurken eben so tun. Da kann natürlich kein Held stillsitzen, egal ob aus Gotham, Metropolis, Atlantis oder Themyscira.

Quelle: https://weliveentertainment.com/welivefilm/justice-league-review-the-most-fun-you-will-have-at-the-movies-all-year/

Jakob (4,5/10)

Es fällt mir schwer diesem Film eine angemessene Punktzahl zu geben – Zum einen war er nicht so gut wie „Wonder Woman“, wenn auch nicht viel schlechter, zum anderen um Längen besser als der miserable „Batman v Superman“ oder der sehr unterdurchschnittliche „Suicide Squad“. Dieser Film war in Ordnung, aber ganz und gar nichts Besonderes: DC hat erkannt, dass der pathetische düstere Ton, mit dem man wohl ungeschickt versuchte an Christopher Nolans Batman-Reihe anzuknüpfen, nicht mehr so gut ankommt oder einfach nicht mehr so gut passt, wenn man das von Natur aus düstere Gotham-City verlässt. Es wird also ab und an ein ganz netter Witz gerissen, der die Sache auch tatsächlich auflockert – blöd nur, dass einmal wieder die witzigsten Stellen fast alle im Trailer vorweggenommen wurden. Henry Cavill macht einen guten Job als Man of Steel und auch der Rest des Casts passt gut zu den Rollen, auch wenn Ray Fisher als Cyborg etwas mechanisch wirkt (hahaha, Schenkelklopfer). Abstrafen muss ich Ben Affleck als starren und unbeweglichen Batman ohne jede Spur von Charakter – Man verstehe mich nicht falsch: Batman war nie eine Charismabombe, aber andere Schauspieler wie Christian Bale, Michael Keaton und last but not least Adam West, verstanden es doch den dunklen Ritter mit einer Spur von Persönlichkeit auszustatten. Affleck bleibt dem Zuschauer nachhaltig gleichgültig und versucht scheinbar nicht mal an der Oberfläche zu kratzen.

Leider muss die Einführung der neuen Charaktere, die bisher noch keinen Solo-Film vorweisen können, reichlich oberflächlich und generisch bleiben. Vielleicht wäre es hier klüger gewesen, alle Charaktere erst einmal aufzubauen, bevor man sie zusammen in einen Topf wirft. So muss der Film, statt auf einen sinnvollen, dramaturgischen Aufbau der Handlung, sehr viel Zeit auf eine Einführung der Figuren, deren Hintergründe und Herkunftsorte verwenden, die letztlich doch oberflächlich bleibt. Das hätte wesentlich weniger gelingen können, aber auch besser laufen können.

Zuerst habe ich gedacht, der ganze Film hätte sich ja nur um die Zusammenführung der Charaktere drehen können, ohne den Superschurken im Hintergrund. Aber was für einen Grund hätten die Charaktere zusammen zu kämpfen ohne eine Bedrohung? Habe ich gesagt, Superschurke im Hintergrund? Ja: Denn Thanos auf der Jagd nach den Infinity-Steinen…äh, sorry Steppenwolf, der nach den Mother-Boxes sucht ist leider ein lauwarmer Witz. Er hat – außer einem wirklich coolen Namen – nichts, aber auch rein gar nichts, was ihn zu etwas Besonderem macht. Er ist gewaltbereit, übellaunig, etwas gaga und will die Erde erobern. Dazu hat er ein paar geifernde (Para)Dämonen mit Laserkanonen mitgebracht – so what? Er ist so offensichtlich nur storymäßiger Wegbereiter für seinen Neffen „Darkseid“ – Erzfeind der Justice League -, dass es zwar nicht direkt wehtut, aber doch peinlich eindeutig ist. Und kaum ist Superman da, knallt er ihn sowieso gegen die Wand wie eine lästige Fliege. Da stellt sich mir wieder mal die alte Frage: Wieso überhaupt andere Helden, wenn man den „Man of Steel“ hat?

Lange Rede kurzer Sinn: „Justice League“ ist nicht schlecht und ich gebe ihm nur deswegen 4,5 Punkte, da er nicht so gut war wie „Wonder Woman“. Der Film macht nichts katastrophal verkehrt, aber auch weniges wirklich richtig oder gar gut. Zumindest unterhält er und nimmt keine enervierenden Ausdehnungen aus, wie so mancher aktueller Comic-Film. Was man zur Güte sagen kann: Wenn sich DC mit kleinen Schritten weiter in diese Richtung bewegt, vielleicht nochmal eine vernünftige Story zusammenbekommt und es schafft auch Nebencharaktere ordentlich zu zeichnen, dann kann das vielleicht doch noch was werden. Vielleicht kann man ja auch mal Marvel überholen, bei dem ich befürchte, dass es sich sukzessive im Einheitsbrei verliert.

Juju (5/10)

Der Film ist sehr durchschnittlich. Man bekommt das, was man von einem Superheldenfilm erwartet – schöne Actionszenen mit ein paar coolen Sprüchen – mehr aber auch leider nicht. Die Handlung ist vorhersehbar und wartet mit keinerlei Originalität auf.

Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass DC es mal mit Humor versucht und sich damit ein wenig an Marvel annähert. Lässt sich dran arbeiten, aber die Grundrichtung gefällt mir ganz gut.

Genau wie die Handlung sind auch die Helden eher durchschnittlich. Also Wonderwoman nicht, Wonderwoman ist cool. Aber Batman ist gewohnt misanthrop und grimmig. Der meiner Meinung nach interessante Aspekt des alternden Superhelden wird zwar kurz angerissen, aber nicht weiter vertieft und spielt letztlich keine Rolle. Flash ist nicht mehr als ein Spiderman-Abklatsch ohne nennenswerte Hintergrundstory. Wurde halt vom Blitz getroffen. Aquaman, nun ja, ein schlechtgelaunter Kerl mit hübschen Tattoos und einem leichten Alkoholproblem. Scheint eine Vergangenheit zu haben, erfährt man aber nichts Näheres. Kommt ja vielleicht noch.

Der einzige Charakter, den ich halbwegs interessant fand, war Cyborg. Der unfreiwillig zur Maschine wurde und dieses Dasein als mechanisches Monster lieber gegen den Tod eintauschen würde. Im Zwiespalt zwischen Mensch und Maschine, voller Angst, die Maschine irgendwann nicht mehr beherrschen zu können und stattdessen von ihr beherrscht zu werden.  

Auch der Bösewicht ist maximal durchschnittlich. Also er will halt die Welt erobern. Weil … na weil halt, weil Superschurken das halt so machen. Ich erwarte von Superheldenfilmen wirklich nicht viel, aber ein klein bisschen Figurenmotivierung wäre manchmal schon nett.

Alles in allem schließe ich mich Jakob an, mehr Zeit, um Charaktere und Handlungen zu entwickeln, mehr Filme über die einzelnen Figuren hätten dem Universum sicher gutgetan. So hingegen reiht sich im Film eine Anspielung auf Geschichten, die man nicht oder in einem anderen Film gesehen hat, an die nächste, und man hat das Gefühl, dass jede dieser Geschichten spannender wäre, als die, die man gerade sieht.

 

Maike (5,5/10)

Ich habe lange überlegt was ich dem Film gebe. Und darüber nachgedacht ob meine Meinung über den Film dadurch beeinflusst wird, dass ich ein MCU Fan bin. Aber ich fand Wonder Woman super und bin ein großer Flash (CW Serie) Fan und ging optimistisch in den Film. Begeistert hat er mich trotzdem nicht wirklich.

Was mich mit am meisten an Justice League gestört hat waren die Bilder. Gestellt wirkende Szenenausschnitte, die immer wieder auftauchten und grenzwertig kitschig waren und/oder die man fast genauso schon mal in anderen Filmen gesehen hatte.

Über den Bösewicht und seine Würfel braucht man kaum ein Wort sagen, weil er absolut austauschbar und eindimensional war.

Natürlich war es auch einfach ein Problem, dass weder für Flash noch Aquaman oder Cyborg genug Zeit war vernünftig eingeführt zu werden. Es wurden Hintergrund-Stories angedeutet, mit denen man aber innerhalb des DC Film Universums nicht viel anfangen kann. (Ich habe mir direkt am Abend nachdem ich Justice League gesehen habe erstmal Marvel’s Avengers angeschaut. Ich will die beiden Filme nicht vergleichen, aber hier hatten alle Haupt-Helden ihren eigenen Stand-Alone Film gehabt und es war leichter sich für die verschiedenen Helden zu begeistern.) Das Problem, wenn man die Charaktere nicht kennt, ist dann natürlich, dass weniger mit den Charakteren und Hintergründen gespielt werden kann. Und das nimmt einem solchen Team-Film viel an möglicher Substanz.

Ich bin ein Freund des Unterhaltungskinos, aber Justice League war selbst mir zu uninspiriert. Viele der Lacher haben bei mir leider nicht landen können oder waren mir oft zu flach. Der Film war ok, ganz gute Unterhaltung aber mehr auch nicht. Schade.

Basti (3/10)

Was sollte das denn bitteschön? Mit „Justice League“ bestätigt DC alle Befürchtungen, die ich im Vorfeld hatte. Eine absolut uninspirierte Story mit hölzernen Dialogen und (zurecht) fast schon gelangweilten Schauspielern. In jeder Szene hat man das Gefühl, Ben Affleck wartet nur auf den Anruf seines Anwalts, der es endlich geschafft hat, ihn aus seinem Vertrag rauszuboxen.

Aber lassen wir mal alles Gerede über digital abrasierte Bärte oder das Regiekarussel außen vor. Was am Ende von „Justice League“ bleibt, ist das Gefühl etwas verpasst zu haben. Ständig verweisen die Charaktere auf Ereignisse außerhalb des Films, die wahrscheinlich viel spannender gewesen wären, als die Handlung, die uns am Ende präsentiert wird. Alles Interessante wird entweder in Filme verlegt, die schon liefen (z.B.: Superman v Batman), niemals produziert werden (z.B.: Flash – Origin) oder erst noch kommen (z.B.: alles mit Darkseid) und stattdessen zeigt man uns den generischen horntragenden Bösewicht Steppenwolf (bekannt von seinem 1968er Smash Hit „Born to be wild“).

Selbst die Lacher kann man an einer Hand abzählen (es sind 5) und wirken merkwürdig deplatziert. Wenn Batman, der den ganzen Film über keine Miene verzieht, auf einmal einen coolen One-Liner bringt, dann zieht bei mir eher die rechte Augenbraue nach oben, als die Mundwinkel.

Die Action ist ganz nett, aber selbst die digitale Nachbearbeitung lässt hier und da zu wünschen übrig. Selbst ich als geheimer Zack Snyder und gar-nicht-mal-so-geheimer Joss Whedon Fanboy kann diesem Film nicht viel abgewinnen. Es bleiben ein paar nette Bilder (dank Snyder), ein paar vereinzelte gute Zeilen Dialog (dank Whedon) und nur ein winziger Rest Hoffnung, dass DC endlich das Ruder rumreißt.

 

Die „Justice League“ der Comicvorlage – Quelle: https://io9.gizmodo.com/every-major-revelation-in-dc-comics-rebirth-special-1778505653

Jakob Kelsch

Jakob Kelsch

Eines schicksalhaften Tages hat Jakob festgestellt, dass er wohl in absehbarer Zeit kein großer Künstler werden wird (natürlich nur, weil die Welt noch nicht bereit für sein unglaubliches Talent ist). Obwohl er weiterhin ab und an auf der Theaterbühne dilettiert, hat er also kurzerhand entschlossen, einfach über Kunst zu schreiben und zu sprechen, anstatt selbst welche zu machen. Denn auch solche Leute muss es geben. In Vorbereitung auf seine glanzvolle Karriere als scharfsinnigster Literatur- und Filmkritiker Deutschlands hat er seine Masterarbeit über „Familienmodelle in der popkulturellen amerikanischen Zeichentrick-Sitcom“ abgefasst und promoviert mittlerweile über „Familiäre Räume und Familienmodelle in der zeitgenössischen Online-Serie“.

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