KinoLaute – „Spider-Man: Homecoming“

Letztes Jahr hatten Marvel-Fans in „Captain America: Civil War“ bereits die Gelegenheit einen Ausblick auf Tom Holland als Spider-Man zu erhaschen. Gestern lief „Spider-Man: Homecoming“ in Deutschland an und die KultLaute-Kinogänger waren natürlich dabei, um zu sehen ob der neueste Spider-Man macht was eine Spinne so kann …

Quelle: imdb.com © 2017 CTMG

Juju: 8/10
Ja, Spider-Man ist immer noch ein Teenie – und wird gefühlt auch immer jünger (nein, es kann nicht daran liegen, dass ich älter werde) – und hat seine Teenie-Probleme. Aber immerhin wurde in dieser Inkarnation sein Hang zur Dramaqueen ein bisschen zurückgeschraubt und es ist sehr angenehm, nicht schon wieder sehen zu müssen, wie er von einer Spinne gebissen wird oder Onkel Ben stirbt. Allgemein setzt dieser Film viel mehr auf Humor als seine Vorgänger und das ist angenehm erfrischend.
Der Film hat auch sonst nicht viel mit seinen Vorgängern gemein, sondern legt Wert darauf, eine eigene Handlung mit eigenen Figuren zu kreieren und schafft das auch mit originellen Einfällen und einem etwas nerdischen Sidekick (der zufällig super im Hacken ist).
Besonderes Lob erhält Michael Keaton als überzeugender und gleichzeitig menschlicher Bösewicht.
Was noch? Ach ja, unbedingt bis zur After-Credit-Scene bleiben 😉

Claude: 8/10
In Civil War hat Tom Holland schon gezeigt, dass er frischen Wind in das Franchise bringen kann. Das war nach Spider-Man 3 und dem Sony Reboot auch dringend nötig.
Die Frage war nur: Kann er auch in einem eigenständigen Film überzeugen?
Darauf kann man getrost mit Ja antworten. In dieser Inkarnation der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft hat einfach (fast) alles gestimmt.
Tom Holland brilliert als Spider-Man mit all seinen Facetten: den Bösen gegenüber verwegen, liebestechnisch inkompetent und immer in Scherereien verwickelt. Auch die Nebencharaktere liefern fantastische Darstellungen ab und lassen einen vergessen, dass sie größtenteils austauschbar sind.
Überrascht hat mich Vulture, der endlich einen voll entwickelten Marvel-Bösewicht auf die Leinwand bringt. Damit hatte ich nach 15 anderen MCU-Filmen nicht mehr gerechnet. Gott sei Dank lässt man obendrein die Origin-Story fallen und kümmert sich um das Wesentliche.
Musikalisch und kinematographisch wird dem Zuschauer auch einiges geboten: Schon das Intro enthält die Spidey Titelmelodie und macht heiß auf das, was folgt. Die Kampfszenen wurden seit Tobey Maguire deutlich aufgepeppt und stehen Civil War in nichts nach.
Das einzige Manko? Obwohl Onkel Ben nicht mitspielt, dreht sich auch dieser erste Spider-Man thematisch um große Macht und große Verantwortung. Da hätte man dem Publikum etwas neues bieten können.
Das ist aber bloß ein kleiner Makel in einem überragenden Film und einem der Top-3 des MCU. Absolut sehenswert.

Maike: 8/10
Spider-Man: Homecoming macht Spaß! Und ich mag Superhelden-Filme die Spaß machen. In Homecoming wird das Superhelden-Genre auf eine witzige Art und Weise mit dem Teenie-High-School-Film verbunden. Das gibt dem Film eine Leichtigkeit, die ihn von den letzten Marvel-Filmen (abgesehen von Guardians of the Galaxy) unterscheidet und macht den Film wirklich unterhaltsam.
Dadurch, dass Peter schon in Civil War als Spider-Man zu sehen war wird uns hier die altbekannte Origin-Story erspart und wir können und stattdessen auf die Handlung und Peters Entwicklung als Spider-Man/Schüler/Teenager konzentrieren.
Dazu gelingt es Marvel endlich einmal einen Bösewicht zu präsentieren, der einen vernünftigen Hintergrund hat und nicht einfach nur zerstört, um zu zerstören. Und schaffte es eine (zumindest für mich) überraschende Wendung in den Film zu bringen.
Was hindert mich also daran volle Punktzahl zu geben? Iron Man. Er tauchte Gott sei Dank weniger auf, als ich befürchtet hatte. Aber so witzig sein Auftauchen in manchen Szenen war, gebraucht hätte ich ihn eigentlich nicht.

Jakob: 8/10
Mir werden hier immer zwei Sachen vorgeworfen: 1. Ich fände erst mal alles schlecht (- mag aber auch an den Filmen liegen). 2. Meine Beiträge wären immer viel zu lang. Mit beidem will ich hier brechen: Bei „Spider-Man: Homecoming“ passt aber so ziemlich alles. Es ist ein ungeheuer unterhaltsamer Film, einer meiner bisherigen Marvel-Favoriten und sicherlich der beste Spider-Man-Film, den ich bisher gesehen habe. Tom Holland verkörpert den immer ein wenig flapsigen und chaotischen „Friendly Neighborhood Spider-Man“ absolut überzeugend und über Micheal Keaton als ambivalentem Schurken „Vulture“ muss man nicht reden: Der Mann kann was und die Rolle ist – im Gegensatz zur Überzahl der „Guck mal wie mächtig ich bin“-Schurken – wirklich gut geschrieben. Auch Umfeld und Nebencharaktere Spidermans sind glaubhaft und liebevoll gestaltet – das Highschool-Umfeld passt einfach – und jeder spielt seine Rolle ordentlich bis gut. Man hat dem Film zwar streckenweise sehr angemerkt, dass er eine Vorbereitung auf die weiteren Avengers-Abenteuer ist, aber gut: Tony Stark/ Iron Man schadet eigentlich nie wirklich (- Ja, Maike, ich weiß dass du das liest – TEAM IRON MAN! – Captain America müffelt!). Somit bekommt dieser Film die höchste Wertung, die ein Comic-/Action-Film – bis auf wenige Ausnahmen – von mir je bekommen wird. Anschauen, Spaßhaben (und auf die geniale After-Credit-Scene warten!).

Sandra6.5/10
Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich Spinnen nicht mag, aber irgendwie bin ich mit dem Film nicht warm geworden. Eigentlich fand ich ihn ganz witzig und habe mich gut unterhalten gefühlt, auch Tom Holland hat mich als Spiderman überzeugt. Andererseits fand ich den Film ein wenig zu flach und ein paar Punkte kamen mir fragwürdig vor, etwa, dass der dümmliche Sidekick von einem Filipino gespielt wird. Der Film hätte durchaus Potential gehabt, noch ein wenig tiefgründiger zu werden, gerade mit dem Hintergrund des Bösewichts. Hauptsächlich hatte ich aber das Gefühl, dass der Film sich nicht wirklich entscheiden kann: Nimmt er jetzt High-School-Filme auf die Schippe oder versucht er, ein High-School-Film zu sein? Dieser Zwiespalt hat sich durch den ganzen Film gezogen und im Nachhinein würde ich mir lieber noch einmal „10 Things I Hate About You“ anschauen, wenn ich Lust auf einen High-School-Film habe. Einen Pluspunkt gebe ich aber dafür, dass endlich einmal thematisiert wird, wie der Held in sein Superheldenkostüm kommt, was im Gegensatz zu den meisten anderen Superheldenfilmen hier sehr glaubwürdig wirkt 😉 

 

Quelle: http://www.spidermanhomecoming.com © 2017 CTMG

Maike Kölpin

Maike Kölpin

Maike (26) studiert im Master Staatswissenschaften und Internationale Beziehungen. Neben dem Studium begeistert sie sich für alles was mit Gesang, Musik, Schauspiel oder Superhelden zu tun hat und lässt andere gerne an ihrer Begeisterung teilhaben.

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