Me&Andreas On Tour

Meiiii, war des schee. Was, werdet ihr hier vermutlich fragen? Lasst mich von vorne beginnen. Also nicht ganz von vorne. Mehr so Samstagnachmittag. Rhymin Simon forderte uns bereits zum zehnten Mal zum Chillen auf. Was vollkommen unnötig war, eben dies taten wir schließlich schon seit Stunden. Eigentlich schon den ganzen Tag. Aber wie du ja sicher weißt: Auch Chillen wird anstrengend. Wir planten gerade unsere weitere Abendgestaltung, da vibrierten unsere Handys unisono … das konnte nur eins bedeuten: Das Kultlautophon läutete, Bastis Gesicht wurde von einem Scheinwerfer in die Abenddämmerung geworfen, das Partysquad wurde im Zeughaus benötigt. Um halb neun rollte der Spaßzug los. Dort angekommen wurden wir von Basti erst mal informiert, worum‘s überhaupt ging. Anscheinend spielten an diesem Abend zwei Bands und es würde wohl „ziemlich cool“ werden. Die Vorband sollte um 20:45 Uhr beginnen, doch nun war es schon fünf vor neun … Basti meinte, er kenne wohl den Veranstalter ganz gut, deswegen haben wir uns einfach bei ihm drüber beschwert. Denn wie ihr wisst, ist meine Freizeit, genauso wie Andis, streng begrenzt und daher jede Sekunde wichtig. Wir waren ja den ganzen Tag schon echt im Stress.

Aber ich schweife ab. Um 21:02 betrat dann also „His Name Is Sandusky“ aus Hauzenberg die Bühne. Andi war sofort vom Sänger begeistert. Der Bart, das Outfit, das Grinsen, der Dialekt … Ach ja und singen konnte er auch noch! Zwar hatten wir vorher stundenlang Deutschrap gepumpt, doch wir konnten uns bereits nach einem Lied akklimatisieren und mitreißen lassen. Spätestens ab dem zweiten „machts amoi an Schritt nach voan“ des Sängers wurde der Booty geshaked. Und zwar vorbildlichst! Wir sollten wohl auch irgendwo reinschreiben was für Musik die Jungs machen: so Rockzeug. Oder wie ich es gerne formuliere: ganz klassischer Classic Rock. Irgendwie Foo Fighteresk. Andi fühlte sich sehr an die Jailhouse Rock Szene aus Blues Brothers erinnert, was schon ein ziemlich krasses Kompliment ist. Starke Soli, sogar einmal mit ‘ner Flasche Hacklberger gespielt, lebensnahe Texte, mal witzig, mal gesellschaftskritisch, dazu fünf wirklich sympathische Dudes, klingt für mich nach einem super Rezept. Nach einer Stunde ungefähr war‘s leider schon vorbei, doch „His Name is Sandusky“ hat das kleine, aber feine Publikum zu einem familiären Haufen werden lassen, der schon heiß war auf die Hauptband Me&Reas. Well done, Boys, well done.

 

 

In der Pause dann erst mal ein Lungenbrötchen genossen. Ein großes. Die werden schon lang genug brauchen zum Umbauen. Irgendwann kamen wir dann wieder rein und platzten mitten ins Lied. Was niemandem aufgefallen wäre. Hätten sie auf der Bühne gespielt. Aber nein, mitten auf dem Floor stehen fünf Typen und machen Akustik-Musik, das restliche Publikum im Halbkreis vor ihnen. Wir stehen direkt dahinter, fast gar nicht awkward. Nach ca. drei Minuten waren wir erlöst, die Jungs verließen den Dancefloor und betraten die Bühne. Schon ganz heiß auf’s Tanzen platzierten wir uns nun gleich in erster Reihe vor ihnen und begannen schon bei den ersten Akkorden damit, unsere nun aufgewärmten Booties zu shaken. Me&Reas machen Indiemusik mit Popeinflüssen, auch ein bisschen Rock und Folk sind dabei. Sänger Andreas, damals noch Straßenmusiker in Nürnberg, gründete 2009 die Band (Me And Reas. Get it? Me, AndReas. God, I love puns.), erst war es als Projekt mit wechselnden Gastmusikern geplant, doch schließlich blieb die Besatzung konstant, nun allerdings in Köln. Fünf Freunde, ein paar Instrumente, Talent und Liebe zur Musik. Besonderes Schmankerl: Durch die Beantwortung zweier extrem schwerer Fragen („Wer ist der Größte von hinten?“ und „Wer ist der Hässlichste von hinten?“) ergaunerten wir uns Hipstermerch in Juteform. Viel Publikumsinteraktion, entspannte Lieder, nochmal ’ne Akustikperformance … die Stimmung und der ganze Flair außenrum. Sehr schade war es daher, als um halb zwölf das Ganze vorbei war.

 

 

Ein Zuhörer, nennen wir ihn B., hatte allerdings eine harte Kritik zum Auftritt:

„Ich fand’s scheiße. Die hätten mich fast zum Weinen gebracht, man kann sich viel zu gut in die Texte hineinversetzen und die Melodien gehen einem voll an die Substanz.“

Ähem, ja gut getroffen, B. Wir widersprechen dir nur in einem Punkt: Gerade das fanden wir großartig. Deshalb liefen wir auch gleich im Anschluss an das Konzert zum Merchstand, um den dort stehenden Bandmitgliedern Andreas und Nils (Gitarre, Ukulele und Melodica) unsere Begeisterung mitzuteilen. Wir bekamen eine Menge toller Sticker geschenkt, deshalb dachten wir uns: Die kriegen auch Sticker von uns! Andi und Nils fanden’s toll und haben gleich um einen Artikel zum Konzert gebeten.

Und Valeska und Andi delivern!

 

Unser Fazit:

Beste Songs: Von Me&Reas: “We own the City” & “I miss these Times” und von His Name Is Sandusky: “True Lies”

Spaß gehabt: Auf jeden!

Booties geshaked: Positiv

Kultureller Austausch: Hochdeutsch/Sackwagen, Frängisch/Sackwägle, Boarisch/Sockwagl

Publikumsinteraktion: Schnipsen, klatschen, knien und sogar ein bisschen mitsingen!

Loot: Ganz viel wundervoller Merch und eine Fliege

Zukunft: Definitiv wieder! Und ihr solltet auch!

Obligatorische Bewertung: 8/10

Links:

https://www.facebook.com/sandusky.live/

https://www.facebook.com/meandreasmusic/

 

 

 

 

 

 

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