„Passengers“ – yay or nay?

Bevor der Prüfungsstress richtig losgeht, waren wir (völlig uneigennützig natürlich) für euch nochmal im Kino, um den neuen Blockbuster „Passengers“ mit Chris Pratt und Jennifer Lawrence unter die Lupe zu nehmen. Allerdings gingen die Meinungen  weit auseinander, deshalb findet ihr im Folgenden ein kurzes Statement von jedem eurer KultLaute-Kinogänger.

Quelle: www.becomeapassenger.com

Juju: 6/10

„Eine Mischung aus Science-Fiction, Dornröschen und Titanic. Mit imposanten Bildern, die den Film sehenswert machen, wenn Jennifer Lawrence und Chris Pratt nicht ausreichen. Von kleinen Momenten, die einen laut zum Lachen bringen, zu Szenen, die einem den Atem nehmen. Ein spannender Grundgedanke, bei dem den Machern aber anscheinend nicht ganz klar ist, wie sie ihn sinnvoll auflösen sollen.“

 

Maike: 3/10

„Der Film schafft es immer wieder genau die Entscheidungen zu treffen, die er nicht treffen sollte. Dazu kommt, dass die Charaktere kaum Tiefgang haben, die wenigen Eigenschaften die sie haben klischeebeladen sind (Aurora als Sleeping Beauty) und sie mir daher bis zum Ende hin relativ egal waren. Wenn ich aus einem Film komme und es besser gefunden hätte, wenn der Hauptcharakter nach einer halben Stunde Selbstmord begeht, dann muss etwas falsch gelaufen sein. Ich mag Happy Ends. Aber was dieser Film mir als Happy End verkaufen möchte lässt mich erschaudern. Das einzig Gute an diesem Film ist, dass er visuell und musikalisch ansprechend ist. Aber selbst Chris Pratts nackter Hintern kann diesen Film für mich nicht retten (auch wenn er es versucht).“

 

Sandra: 8/10

„Ich bin mit so gut wie keinen Erwartungen in den Film gegangen, ich hatte zwar vor Monaten den Trailer gesehen, wusste aber im Prinzip nur noch, dass Chris Pratt und Jennifer Lawrence auf einem Raumschiff sind. Das war wahrscheinlich genau richtig, ich fand den Film dann nämlich durchwegs spannend und habe die ganze Zeit mitgebangt. Darum will ich auch gar nicht zu viel verraten. Ein besonderer Pluspunkt war für mich, dass viele Einzelheiten des Alltags auf dem Raumschiff gezeigt wurden, das geht in anderen Filmen manchmal zugunsten der Haupthandlung verloren. Diese hat hier zwar ihre Schwächen, aber der Film hat mich durchaus zum Nachdenken angeregt und es steht ohnehin eher das Szenario im Vordergrund. Visuell war der Film sehr ansprechend, sogar das 3D war gut (eignet sich natürlich für Weltraumszenen). Ich würde mir den Film auch nochmal anschauen.“

 

Claude: 3/10

„Ich hatte überlegt, weniger Punkte zu verteilen. Das kann ich leider nicht rechtfertigen, wenn ich darüber nachdenke, dass ich mir schon größere Stinker reingepfiffen habe.
Aber machen wir’s kurz und schmerzlos: Auch wenn die Charaktere dünner sind als Esspapier haben Chriss Pratt und Jennifer Lawrence tolle Chemie. Ich konnte ihnen abkaufen, dass sie aufeinander abgefahren sind. Warum sie das tun, da bin ich mir nicht ganz sicher. Chris stalkt Jennifer eigentlich nur auf Facebook schaut sich Jennifers Interview an und entwickelt ein obsessives Verlangen nach ihr verliebt sich in sie. Viel Tiefgang hat er selbst nicht zu bieten, immerhin verliert er im Basketball gegen sie, obwohl er ein Jahr lang trainieren konnte. Was für eine Luftpumpe. Oder er hat sie gewinnen lassen, was nichts an seinem Luftpumpenstatus ändert.
Meinen Hut muss ich trotzdem vor dem Film ziehen, denn der Rest ist noch substanzloser. Das muss man erst mal hinkriegen.
Laurence Fishburne hat mir besser gefallen, als er Kung Fu konnte und durch die Matrix gehechelt ist. Kein Problem, er stirbt eh nach gefühlten 2.47 Minuten Screentime. Achtung, Spoiler. Michael Sheen ist immerhin unterhaltsam und… genau, da hört’s halt auf.
Plotmäßig geht auch nicht viel. Der Film weiß nicht, was er sein möchte, die Handlung ist 08/15… okay, die Grundidee ist ansprechend, aber wenn der Film die nicht besser umsetzt, ist mir das auch egal.
Ich habe mit etwas Gutem angefangen, dann kann ich auch gleich einen Kritik-Sandwich draus machen: Die Musik war solide. Hat mich zumindest kurzzeitig vergessen lassen, was ich mir hier antue. Aber eben nur kurzzeitig.

Also, Chemie + Musik + mäßige Unterhaltung durch den Androiden Arthur = 3 Punkte.“

 

Basti: 6/10

„Schade, dass die Macher scheinbar der Meinung sind, dass ihre eigene Idee (Mann alleine auf Raumstation) nicht über 120 Minuten Film trägt. Statt einfach einen Film über eine Person in einer Extremsituation zu zeigen, bekommen wir das Hauptthema zügig abgefrühstückt und wechseln danach alle 20 Minuten munter die Gangart und das Genre. Von der Science-Fiction Vision mit humoristischen Elementen zum Psycho-Thriller über Actionfilm zur Liebesschnulze. Da hätte ich mir mehr Mut zur Einsamkeit (à la “Gravity”) gewünscht. Für mich ist der Film ein extrem guter 25-minütiger Kurzfilm mit einem viel zu langen Abspann, den auch die viele nackte Haut von Jennifer Lawrence und Chris Pratt nicht mehr retten kann.“

 

Jakob: 3/10

„Das Setting von „Passengers“ hätte Potential und man könnte einen großartigen philosophischen und packenden Sci-Fi-Film darauf aufbauen. Damit meine ich nicht nur, dass das Raumschiff tatsächlich innen, wie außen sehr cool designt ist, ich meine auch die spannende Grundanlage der Story. Hier hört für mich allerdings alles Positive auf: Dem coolen Setting wird eine generische und einfallslose Liebesgeschichte aufgepflanzt, die man schon unzählige Male gesehen hat. Die Charaktere sind stereotyp und ohne jede Tiefe, die Dialoge flach. Das passt aber zumindest zum Schauspiel von Chris Pratt und Jennifer Lawrence, deren Hauptqualität hier darin besteht, sich möglichst oft, möglichst unbekleidet zu zeigen. Der einzig annähernd überzeugende Charakter ist ein Android, der durch seine Programmierung nichts Anderes kann, als Plattitüden von sich zu geben – herzlichen Glückwunsch.  Zudem – und das hat mich wohl am meisten geärgert – festigt der Film auf hollywood-typische Weise traditionell konservative Rollenbilder: Die Frau ist letztlich passiv und reagiert nur auf Impulse des heroischen, supermännlichen Protagonisten. So etwas habe ich mittlerweile mehr als satt. Zusammengefasst ist „Passengers“ ein typisches Beispiel für das aktuelle, vollkommen mutlose Hollywood-Kino, dass dem Zuschauer nichts zutraut und noch weniger liefert. Dieser Film hat mit großem Film ungefähr so viel zu tun hat, wie ein Cheeseburger mit Sterne-Küche. Wegen guter Grundidee und coolem Setting trotzdem keine schlechtere Wertung (mehr verhindert diese dämliche quasi-sexistische Grundanlage).“

 

Sophia: 7/10

„Nachdem ich vom Passengers-Trailer recht angetan war, die Reviews die ich gelesen hatte jedoch eher mittelmäßig ausgefallen waren, war ich sehr gespannt wie mir der Film denn nun gefallen würde. Ich war positiv überrascht, denn der Film hat doch ein wenig mehr Tiefe in der Anfangsphase als der Trailer vielleicht vermuten ließe. Auch das recht ausgedehnte “world-building” fand ich sehr gut gelungen, wenngleich gerade in Chris Pratt’s (ja, ich habe den Namen der Figur tatsächlich schon wieder vergessen) Backstory für mich leider einige Fragen offen blieben. All zu sehr darf man auch nicht über die Logistik der Weltraumreiserei nachdenken, sonst könnte man vielleicht Kopfschmerzen bekommen. Zugegeben, die Story ist nicht besonders komplex und bedient sich des ein- oder anderen Hollywoodklischees, aber trotzdem habe ich mich keine Sekunde lang gelangweilt, was für mich einen unterhaltsamen und schönen Kinoabend ausmacht. Die Bilder sind großartig, das Raumschiff, sowohl von außen als auch von innen toll designt, ich konnte mehrfach laut über Witze lachen und der Soundtrack hat mich komplett mitgerissen und die agoraphobische Stimmung um ein 100-faches verstärkt. (Ernsthaft, ich habe heute Nacht geträumt allein im Weltall zu sein.) Alles in allem für mich sehr mitreißendes und sehenswertes Unterhaltungskino.“

 

Quelle: www.filmstarts.de

Sandra Kalhofer

Sandra Kalhofer

Sandra liebt Sprachen und arbeitet gerne mit Kindern, deshalb studiert sie Lehramt Gymnasium mit den Fächern Englisch und Französisch. Ihre Liebe zum Schauspielern hat sie schon in der 5. Klasse entdeckt und die hat sie auch zur KultLaute-Theatergruppe gebracht. Außerdem hat Sandra scheinbar viel zu viel Zeit, deswegen macht sie auch bei allen möglichen Gruppen und Projekten mit. Für KultLaute opfert sie aber besonders gerne ihre Freizeit.

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