10 Bücher, die man gelesen haben muss

Nachdem Ihr nun schon wisst, welche Filme und Musiker/Bands für uns absolut unentbehrlich sind, geht es diese Woche mit unserer Bücherliste weiter.

 

Platz 10: Die Chroniken von Narnia (Clive Staples Lewis, 1950 bis 1956)

1950 schrieb Clive Staples Lewis den ersten Band seiner siebenteiligen Reihe Die Chroniken von Narnia. In Der König von Narnia geraten die Geschwister Peter, Susan, Edmund und Lucy Pevensie durch Zufall in das geheimnisvolle Land Narnia. An der Seite des mächtigen Löwen Aslan müssen sie die weiße Hexe Jadis und den durch sie in das Land gekehrten ewigen Winter bekämpfen.
Lewis‘ größter Kritiker war wohl J. R. R. Tolkien, mit dem ihm eine tiefe Freundschaft verband, die endete, als Tolkien die vielen und teilweise etwas plumpen christlichen Motive in Narnia und den mangelnden Detailreichtum kritisierte. Mehr als 100 Millionen verkaufte Exemplare in 47 Sprachen sprechen jedoch dafür, dass sich die meisten Menschen nicht daran stören und liebend gerne durch den Wandschrank in Narnia eintauchen.

„Ja, aber glauben Sie denn wirklich, Herr Professor“, fragte Peter, „andere Welten sind überall zu finden und einfach nur so um die Ecke herum?“ – „Nichts ist wahrscheinlicher“, antwortete der Professor. Er nahm seine Brille von der Nase und putzte sie sorgfältig. Dabei murmelte er: „Ich frage mich wirklich, was sie ihnen eigentlich auf den Schulen beibringen.“

Sandra: Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich als etwa 10-Jährige auf einer unserer Familienreisen, die immer lange Autofahrten beinhalteten, Die Chroniken von Narnia gelesen habe. Ich weiß nicht mehr, warum ich das Buch gekauft habe, vielleicht weil ich das Cover so schön fand. Aber ich weiß noch, dass mir vom Halten des schweren Sammelbandes die Hände weh taten, weil ich nicht aufhören konnte zu lesen. Einen Roman nach dem anderen habe ich innerhalb weniger Tage verschlungen und war schon sehr traurig, als es vorbei war. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich Die Chroniken von Narnia nicht so oft gelesen habe wie viele andere meiner Lieblingsbücher. Allerdings habe ich vor dem letzten Satz kurz pausiert und mal eben Das Wunder von Narnia, das (für viele vielleicht überraschend) zu meinen liebsten aus der Reihe gehört, nochmal gelesen – ups! Man kommt sehr schnell wieder rein und auch wenn die Geschichten auf den ersten Blick kindlich wirken, ist der märchenhafte Stil und die fantastische Welt mit magischen Lebewesen durchaus auch für Erwachsene geeignet. Als Kind konnte ich mich natürlich stärker mit den Protagonisten identifizieren und fand die Vorstellung, plötzlich durch einen Schrank in eine andere Welt zu kommen, noch faszinierender. Nicht, dass ich davon nicht immer noch träumen würde … Meiner Ansicht nach sollte man Die Chroniken von Narnia unbedingt einmal gelesen haben. Die Verfilmungen fand ich zwar ganz nett, aber für mich konnten sie den märchenhaften Charme Narnias nicht ganz einfangen, sie waren mir wohl ein bisschen zu modern. Anscheinend hat sich nun allerdings Netflix die Rechte gesichert – man darf gespannt sein. Vorerst gebe ich mich damit zufrieden, auch noch die sechs anderen Romane noch einmal zu lesen.

 

Platz 9: Kinder- und Hausmärchen (Jakob und Wilhelm Grimm, 1812)

Bereits 1806 begannen Jakob und Wilhelm Grimm damit, Märchen zu sammeln. Ursprünglich als literaturhistorische Sammlung für Erwachsene gedacht, überarbeiteten die Brüder – hauptsächlich Wilhelm – die Märchen in den späteren Ausgaben, um sie kinderfreundlicher zu gestalten und kürzten grausame Stellen und Märchen aus der Sammlung (ja, Hexen, die Kinder in Ofen braten wollen und Stiefmütter, die sich in glühenden Schuhen zu Tode tanzen, sind tatsächlich die „kinderfreundliche“ Variante …).
Obwohl die Brüder darauf bedacht waren, den Anschein zu erwecken, sie hätten die Märchen direkt aus dem Volk gesammelt, lassen sich die meisten Märchen auf einige wenige Frauen mit französischen Wurzeln aus dem Umfeld der Brüder zurückführen, weswegen viele der Märchen französischen Ursprungs sind.

Und als sie daheim den Spiegel befragte, „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land?“ so antwortete er endlich „Frau Königin, ihr seid die schönste im Land.“ Da hatte ihr neidisches Herz Ruhe, so gut ein neidisches Herz Ruhe haben kann.

Juju: Dass ich ein großer Fan der Kinder- und Hausmärchen bin, merkt man wohl am deutlichsten daran, dass ich meine Masterarbeit über die Märchen der Brüder Grimm und deren aktuelle Verfilmungen geschrieben habe. Märchen an sich sind meiner Meinung nach ein essentieller Bestandteil jeder Kultur und gerade die Kinder- und Hausmärchen in all ihren medialen Formen haben, denke ich, die Kindheit eines jeden von uns geprägt. Wo man auch hinschaut, überall finden sich immer neue Märchenbücher, (Hollywood-)Verfilmungen von Geschichten wie Schneewittchen und Dornröschen (Snow White and the Huntsman, Mirror Mirror, Maleficent) und Anspielungen und Parodien in der Populärkultur. Trotz ihres stolzen Alters besitzen viele Märchenmotive auch heute noch Gültigkeit und das macht sie so zeitlos und unentbehrlich.

 

Platz 8: Die Tribute von Panem (Suzanne Collins, 2009 bis 2011)

In einer dystopischen Zukunft im diktatorischen Land Panem werden jedes Jahr Gladiatorenkämpfe zur Unterhaltung der Reichen und Ruhigstellung der Armen durchgeführt. Als ihre kleine Schwester Prim als Tributin für diese Hungerspiele ausgewählt wird, nimmt Katniss Everdeen ihren Platz ein und wird erst zur Kämpferin und dann zur Rebellin.
Inspiriert zu der Geschichte wurde die Autorin Suzanne Collins unter anderem durch ihren Vater, der bei der United States Air Force war und ihr einen Eindruck davon gab, welche Auswirkungen Krieg, Hunger und Armut auf die Menschen haben. Weitere Einflüsse waren die römischen „Panem et cicenses“ (Brot und Spiele) und die griechische Mythologie von Minos, der die Athener nach einem Rachefeldzug dazu zwang, ihm alle neun Jahre sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen zu schicken, um sie ins Labyrinth des Minotauros zu schicken und diesem zu opfern.

„Hier ist ein Ratschlag: Bleibt am Leben!“

Anni: Ich gebe es zu. Ich war ein riesen Fangirl von den Tributen von Panem! Wochenlang wollte ich über kein anderes Buch sprechen, habe Fanfictions ohne Ende dazu geschrieben und mit dem Bogenschießen angefangen. Mein Wahn wurde erst gemildert, als ich mich alleine im Wald verlaufen habe …
Kaum eine Buchreihe hat mich so langfristig fasziniert wie die dystopische Geschichte um Katniss Everdeen aus Distrikt 12. Ich schätze daran die gesellschaftskritischen Aspekte ebenso sehr wie die Gestaltung der Charaktere und die spannende Handlung. Jede einzelne Szene ist vor meinen Augen lebendig geworden und ich habe mitgefiebert, als würde ich selbst durch die Arena gejagt werden. Nachdem ich die Bücher ausgelesen hatte, habe ich lange darüber nachgedacht, in welche Zukunft unsere Welt wohl steuert und ob ich mir nicht ein paar Survival-Skills zulegen sollte. Die Buchreihe lege ich jedem ans Herz und wünsche viel Spaß beim Fantasieren.

 

Platz 7: Stolz und Vorurteil (Jane Austen, 1813)

Als Elizabeth Bennet dem verschlossen wirkenden Mr. Darcy zum ersten Mal begegnet, zeigt sich, dass der erste Eindruck nicht immer der richtige sein muss. Doch nachdem Mr. Darcys Vorurteile und Elizabeths Stolz erst einmal überwunden sind, entwickelt sich eine wunderschöne Liebesgeschichte, die gleichzeitig eine Studie der Gesellschaft ist, in der Jane Austen lebte.
1797 bot die gerade 22-jährige Jane Austen ihren Roman Stolz und Vorurteil einem Verleger an, den dieser jedoch ablehnte. Es mussten noch 16 Jahre vergehen, bevor die Geschichte endlich in ihrer heutigen Form erschien und zu einem Welterfolg wurde.

„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens sich nichts mehr wünschen muss als eine Frau.“

Hannah: Liebesromane sind eigentlich nicht mein Genre, aber Jane Austen ist da eine ganz große Ausnahme.  Mit Witz, Empathie und Ironie erzählt sie in Stolz und Vorurteil die Geschichte einer starken jungen Frau, eine Geschichte von gekränktem Stolz, von Vorurteilen und Missverständnissen. Eine Liebesgeschichte, wie es sie vorher nicht gab. Eine Liebesgeschichte, in der nicht alles perfekt läuft, die zeigt, dass man sich ändern kann und muss, dass aber die Liebe alle Vorurteile überwinden kann. Ein Buch, das ich immer und immer und immer wieder lesen kann, weil es einem ein schönes Gefühl gibt. Obwohl die deutsche Übersetzung ganz gut gelungen ist, würde ich trotzdem jedem die englische Version empfehlen, denn jeder sollte sich einmal ein Bild von Jane Austens wunderbarem Schreibstil machen. Als Kind habe ich eine Version gelesen, die Illustrationen von Hugh Thomson beinhaltetet, die die Geschichte für mich zum Leben erweckt haben, und kann diese nur jedem Jane-Austen-Fan nahelegen.

 

Platz 6: Die unendliche Geschichte (Michael Ende, 1979)

Als Bastian Balthasar Bux eines Tages ein ungewöhnliches Buch entdeckt und stiehlt, verliert er sich in der Geschichte von Atréju, einem jungen Jäger, der sein Land Phantásien und dessen schwer erkrankte Kindliche Kaiserin vor dem sogenannten „Nichts“ retten muss.
Die unendliche Geschichte ist eines dieser Bücher, bei denen es wichtig ist, welche Ausgabe man liest. Denn ohne die zweifarbige Schrift, die großen Buchstabenvignetten und die auf dem Einband eingeprägte Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt, verliert sich der Eindruck, eben das Buch zu lesen, das Bastian in Händen hält.

„Du bist den Weg der Wünsche gegangen und der ist nie gerade. Du hast einen großen Umweg gemacht, aber es war dein Weg.“

Maike: Die Geschichte eines Kindes, das in einem Buchladen eine „unendliche Geschichte“ findet, durch die es in eine phantastische Welt reist und unglaubliche Abenteuer erlebt. Für eine Leseratte, wie ich es als kleines Mädchen schon war, erlebte Bastian Balthasar Bux in der unendlichen Geschichte genau die Abenteuer, von denen ich immer geträumt hatte. Als Kind verbrachte ich Tage und Wochen in meinem Zimmer und verschlang Buch um Buch. In Bastian erkannte ich mich damals als Kind sofort wieder und liebte dieses Buch über alles. Durch das Bild des AURYN und die wechselnden Schriftfarben innerhalb des Buches begann ich damals fast schon zu hoffen, dass mein Traum, auch in Phantásien zu landen, geradezu zum Greifen nah sei. Auch heute merke ich, dass ich mich in der Welt, die Michael Ende in diesem phantastischen Werk geschaffen hat, verlieren kann. Die unendliche Geschichte ist daher nicht nur ein tolles Buch für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Denn das Buch erinnert einen daran, dass, egal wie alt man ist, man niemals seine Phantasie verlieren sollte.

 

Platz 5: Die Känguru-Chroniken (Marc-Uwe Kling, 2009 bis 2018)

Eines Tages steht ein kommunistisches Känguru vor Marc-Uwes Tür und bittet um Eier, um Eierkuchen zu backen. Ehe sich der Autor versieht, ist das Känguru bei ihm eingezogen und zieht ihn immer weiter in einen Strudel aus Streichen und Anti-Terroranschlägen.
Der ursprünglich aus der Poetry-Slam-Szene stammende Kleinkünstler (ja, ich weiß, böses Wort) Marc-Uwe Kling hat mit seinen Känguru-Chroniken eine witzige Sammlung aus kleineren Episoden mit gesellschaftskritischen und satirischen Momenten geschaffen, die sich von einem Running Gag und einer intertextuellen Anspielung zur nächsten hangelt.

Die Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man bewahrt oder verliert; die Macht ist etwas, was sich von unzähligen Punkten aus und im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen vollzieht. – Darth Vader

Jakob: Es kommt bei mir sehr selten vor, dass ich Bücher öfter als einmal lese bzw. mir Hörbücher öfter anhöre. Ein Ausnahme bilden die Königsmörder-Chroniken und die Känguru-Trilogie (oder besser -Quadrologie, wenn man die Apokryphen hinzu zählt). Marc-Uwe Klings autobiographischer Bericht über sein Zusammenleben mit einem kommunistischen Känguru gehören wahrscheinlich zum Witzigsten, was die Unterhaltungsliteratur der letzten zehn Jahre hervorgebracht hat. Und wie wir wissen, sind „witzig“ und „nicht witzig“ die einzig relevanten Bewertungskriterien der Postmoderne. Egal, ob komische Episode oder satirisch-kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten, Kling trifft immer wieder genau ins Schwarze. Das Ganze ist dazu mit der angemessenen Portion Selbstironie gewürzt, um es glaubhaft zu machen – eben so glaubhaft, wie kapitalismuskritische Bücher sein können, die sich total gut verkaufen. Das von Kling selbst eingesprochene Hörbuch ist dabei besonders zu empfehlen: Frisch, frech und völlig absurd! (Wer mehr hören will: Hier unser Podcast zum Känguru im Allgemeinen und den Apokryphen im Besonderen).

 

Platz 4: Der Herr der Ringe (J. R. R. Tolkien, 1969)

Nachdem es bereits die Herr der Ringe-Filme auf unsere Liste geschafft hatten, ist es nur logisch, dass auch die Bücher eine so hohe Wertung bekommen.
Für seine Welt erschuf J. R. R. Tolkien nicht nur Setting und Figuren, sondern auch über 15 eigene Sprachen und Schriften. Das ist kaum verwunderlich, da der in Afrika geborene Tolkien schon seit seiner Kindheit von Sprachen fasziniert war und unermüdlich eine Sprache nach der anderen lernte.

„Es ist eine gefährliche Sache, aus deiner Tür herauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.“

Sophia: Man müsste sich nur meine Liste von Lieblingsbüchern anschauen, mit der ich für diesen Artikel abgestimmt habe, um zu wissen, dass ich ein absoluter Fantasy-Leser bin – und viel klassischer als Herr der Ringe wird es da nicht mehr. Mit Der Herr der Ringe hat Tolkien ein ganzes Genre geprägt und ein Werk geschaffen, dass auch nach über 60 Jahren nichts an Glanz verloren hat – wenngleich man z.B. an den (oft auch fehlenden) Frauenrollen schon ein bisschen merkt, dass die Bücher eben doch aus den 50er Jahren stammen. Die Auswahl eines passenden Zitats fiel mir unglaublich schwer, denn Tolkiens Geschichte enthält so viele großartige, tiefgründige und oft weit bekannte Passagen über Leben, Tod, Freundschaft, Treue, Trauer, Heimat, Abenteuer, und und und… Wer Tolkiens Trilogie aufmerksam liest, wird gewiss so einiges über das Leben lernen, davon bin ich überzeugt. Manchmal frage ich mich auch, wie viele „Travel-Instagramer wissen, dass ihre „inspirational quote“ „Not all those who wander are lost“ aus Tolkiens Feder stammt und es sich um einen Teil des Rätsels um Aragorns Identität handelt.
Übrigens kommt demnächst der biographische FilmTolkien mit Nicholas Hoult und Lily Collins ins Kino, der den Fokus auf den Mann hinter den Hobbits und Elben, den Orcs, Ringgeistern und Ents, den Zauberern und Trollen wirft. Aber zurück zur Buchempfehlung: ich finde, jeder sollte einmal in seinem Leben den Herrn der Ringe gelesen haben – ob Fantasy-begeistert oder nicht. Ich höre mir zur Zeit das zugehörige Hörbuch an, denn wenn Frodo und seine Gefährten quer durch Mittelerde wandern und eine Gefahr nach der Anderen überwinden müssen bekomme ich ein ganz heimeliges Gefühl – fast so als hätte ich eine eigene tragbare Hobbithöhle.

 

Platz 3: Wächter der Nacht (Sergei Lukjanenko, 2004)

Das Buch handelt vom klassischen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit – auf unklassische Weise erzählt. Denn auch wenn es zunächst nach einer typischen Gut-Böse-Klassifizierung aussieht, wird spätestens beim zweiten Band klar, dass sich Gut und Böse meistens nicht so leicht unterscheiden lässt, wie es auf den ersten Blick scheint. Als der zur Seite des Lichts zugehörige Anton bei seiner Arbeit bei der Nachtwache, wo die Aktivitäten der „Dunklen“ überwacht werden, zufällig einer Frau begegnet, die mit einem mächtigen Fluch belegt ist, setzt er alles daran, um sie davon zu befreien, da der Fluch alles zerstören könnte.
Sergei Wassiljewitsch Lukjanenko gilt als erfolgreichster russischer Science-Fiction- und Fantasyautor der Gegenwart und die Verfilmung von Wächter der Nacht wiederum als erfolgreichster russischer Film. Warum man Wächter der Nacht auf jeden Fall gelesen haben muss, erfahrt ihr von Basti.

Basti: Die „Wächter“-Reihe zählt zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Keine andere Geschichte habe ich so oft in die Hand genommen, wie die des jungen Lichten Anton. Die Romane bestehen immer aus drei Teilen. Die ersten beiden sind voneinander scheinbar unabhängige Geschichten, die das Schicksal von Anton oder einem anderen Mitglied der Tag- oder Nachtwache erzählen. Die dritte Geschichte verbindet dann die beide Erzählstränge und ordnet die Ereignisse aus den ersten beiden Geschichten vollkommen neu. Dabei sind Lukjanenkos Charaktere aber nicht irgendwelche stereotypen Ritter in strahlender Rüstung oder böse Hexer, sondern extrem vielschichtig mit ihren eigenen Problemen, Hoffnungen und Enttäuschungen. Und am Ende steht immer die Frage, ob wir von vornherein gut oder böse sind, oder ob es unsere Entscheidung ist, wie wir mit der Welt umgehen. „Wächter der Nacht“ ist ein Meilenstein der Urban Fantasy, meiner Meinung nach in unseren Breiten immernoch viel zu unbekannt und sollten von jedem gelesen werden, der mit Fantasy, Videospielen, Russland oder einer Kombination davon etwas anfangen kann.

 

Platz 2: Der Name des Windes (Patrick Rothfuss, 2008)

Nachdem seine Eltern ermordet werden, schlägt sich Kvothe erst als Straßenjunge durch und beginnt dann ein Studium an der Universität, um sich zum Arkanisten ausbilden zu lassen und um in der Bibliothek mehr über die Chandrian, einen alten Mythos, der mit dem Tod seiner Eltern zusammenhängen könnte, herauszufinden.
Patrick Rothfuss wechselte mehrfach sein Studienfach – unter anderem Chemie und Psychologie – und studierte irgendwann einfach alles, was ihn interessierte, bis er den Schreibwettbewerb Writers of the Future 2002 mit einem Auszug aus Der Name des Windes gewann und es in der Folge schaffte, den Roman bei einem Verlag unterzubringen.

„Der Tag, an dem wir beginnen, uns Gedanken über die Zukunft zu machen, ist der Tag, an dem wir unsere Kindheit hinter uns lassen.

Andi: Die Königsmörder-Chronik und deren erster Teil, Der Name des Windes, ist meiner Meinung nach die beste Fantasygeschichte, wenn nicht sogar die beste Geschichte überhaupt. Und das, obwohl sie immer noch nicht vollendet ist und Fans der ersten Stunde, wie ich es war, seit über 10 Jahren auf Buch Nummer 3 warten. Gründe, warum dieses Buch so genial ist, gibt es viele. Zunächst erschafft Autor Patrick Rothfuss hier eine Welt, die so realistisch und düster wirkt, dass sie einen sofort in ihren Bann zieht. Geschickt werden Mythen aus unserer Welt aufgegriffen und so abgewandelt, dass sie ein neues Setting ergeben, das sich wohl irgendwo zwischen Mittelerde und Mittelalter befindet. Aber auch für literarisch anspruchsvolleres Publikum lässt der Schreibstil nichts zu wünschen übrig. Überragende Stilmittel, ein sehr interessanter Erzähler und Metaphern, die Konfuzius in den Schatten stellen, beweisen, dass dieses Werk vollkommen zurecht auf einem so hohen Platz gelandet ist. Und jetzt habe ich noch gar nicht von der Geschichte gesprochen, die man wohl mit „Harry Potter für Erwachsene und in realistisch“ zusammenfassen könnte. In den Büchern erzählt der alte Kvothe (ausgesprochen übrigens anscheinend wie das englische „quothe“) von seinen früheren Abenteuern. Und was das für Abenteuer waren! Vom Leben an der (Magie-)Uni, den Eskapaden eines Musikers bis hin zu Feen und jahrtausendealten Dämonen hat diese Geschichte wirklich alles zu bieten. Und trotz all dieser Fantastereien bleibt das Ganze immer vollkommen logisch, bodenständig und unglaublich nachvollziehbar. Habt ihr Name des Windes noch nicht gelesen, müsst ihr das unbedingt tun … selbst wenn ihr womöglich weitere 10 Jahre auf den nächsten Teil warten müsst.

 

Platz 1: Harry Potter (J. K. Rowling, 1997 bis 2007)

Bei der großen Anzahl an „Potterheads“ in unserer Redaktion, dürfte unser erster Platz wohl niemanden überraschen. Mit großem Vorsprung hat es Harry Potter an die Spitze unserer Liste geschafft und Sandra erzählt, wieso die Bücher so unentbehrlich sind.

„Aber er war zu Hause. Hogwarts war das erste und beste Zuhause, das er gehabt hatte.“

Sandra:

Für mich ist und bleibt die Harry-Potter-Reihe die absolute Nummer eins. Harry Potter und der Stein der Weisen ist wahrscheinlich das Buch, das ich am häufigsten gelesen habe, und ich habe immer noch nicht genug davon. Wenn ich die ersten Zeilen lese, fühlt sich das für mich an wie heimkommen. Ich bin mit Harry groß geworden, habe Freundschaften über die Bücher geschlossen und davon geträumt, selbst nach Hogwarts zu kommen. Natürlich ist allein schon die mit vielen liebevollen Details versehene Zauberwelt toll und es ist spannend, die verschiedenen Unterrichtsstunden in Hogwarts mitzuerleben und neue Zaubersprüche und Orte mit Harry zu entdecken. Von dem zum Ende ziemlich episch werdenden Kampf gegen Voldemort mal ganz abgesehen. Aber eigentlich geht es um viel universellere Dinge: Freundschaft, Familie, Mut, Hoffnung, die Frage nach richtig und falsch und vieles mehr. Nicht ohne Grund fördert das Lesen der Reihe Offenheit und Toleranz bei Kindern. Es fällt aber nicht nur Kindern leicht, sich mit Harry zu identifizieren und auch als Erwachsene (, die den Ausgang schon kennt,) fiebere ich immer noch mit. Der Erfolg der Buchreihe spricht für sich. Wer kein Fan von Büchern ist, kann die magische Welt aber auch in Filmen, Videospielen, Brettspielen oder Freizeitparks erleben, das Franchise ist mittlerweile riesig.

10 Bücher, 10 Meinungen, damit ist unsere Liste auch schon komplett. Wie hat sie euch gefallen? Stimmt Ihr mit uns überein oder hätten es andere Bücher in die Liste schaffen sollen? Schreibt es uns in die Kommentare!

Julia Jung

Julia Jung

Juju ist 25 Jahre alt und studiert den Master Text- und Kultursemiotik in Passau. Ihre Leidenschaft zum Schreiben hat sie schon im Kindesalter entdeckt. Das Einzige, was ihr mehr Spaß macht als Texte zu schreiben, ist sie auf Bühnen selbst vorzutragen.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.