10 Musiker/Bands, die man gehört haben muss

Heute gehen wir in Runde zwei unseres neuen Formates. Diesmal haben wir in der Redaktion gefragt, welche Musiker/Bands absolut unentbehrlich sind. Hier sind unsere Top 10.

 

Platz 10: Ramin Djawadi

Ramin Djawadi ist ein deutsch-iranischer Komponist. Seine Karriere begann er als Assistent für Klaus Badelt und Hans Zimmer bei Filmen wie Batman Begins und Fluch der Karibik. Bekannt wurde er beispielsweise für seine Filmmusik zu Blade: Trinity, Iron Man und zu der Serie Westworld. 2006 wurde er für seine Musik zu Prison Break für den Emmy nominiert, bevor er den Award 2018 für Game of Thrones endlich bekam. Warum gerade seine Musik so besonders ist, erzählt euch Sandra.

 

Sandra: Filmmusik wird meiner Ansicht nach häufig unterschätzt und als ledigliches Nebenprodukt eines Films abgetan. Für mich persönlich hat die Musik aber häufig großen Einfluss darauf, wie sehr mich ein Film berührt oder ob ich bei einer Serie dranbleibe. Ich höre aber auch gerne einfach so Filmmusik, weil sie nunmal dafür gemacht ist, Gefühle hervorzurufen und ich es liebe, bei dem einen Lied Tränen in den Augen zu haben und beim nächsten Gänsehaut zu bekommen. Unter den Soundtracks bzw. Scores sticht für mich Ramin Djawadis Arbeit besonders hervor. Ich kannte ihn schon von Game of Thrones (dessen Titelmelodie kennt inzwischen wohl auch jeder), aber seit ich Westworld schaue, bin ich wirklich ein großer Fan. Er schafft es, Bilder auf einzigartige Weise zu begleiten. In Westworld gefallen mir besonders auch seine instrumentalen Interpretationen von modernen Klassikern; die geniale Wirkung von „Paint It Black“ seht ihr im Video (allerdings auch Gewalt, bei empfindlichem Magen also lieber nur anhören).

 

Platz 9: Elvis

Er ist der „King of Rock ’n‘ Roll“ und gilt mit über einer Milliarde verkauften Tonträgern als der erfolgreichste Solo-Künstler schlechthin. Mit seiner Musik, der unverwechselbaren Stimme, seiner Haartolle und dem berühmt gewordenen Hüftschwung wurde er zum Idol einer ganzen Generation. Obwohl man ihn heute hauptsächlich mit Rock ’n‘ Roll in Verbindung bringt, war seine Musik unglaublich vielfältig und er wurde neben Michael Jackson als einziger Künstler in fünf Hall of Fames aufgenommen (Rock ’n‘ Roll, Rockabilly, Country, Blues und Gospel).

 

Juju: Ich bin kein großer Fan von Konzerten (hauptsächlich, weil ich, wie ich bei dieser Umfrage festgestellt habe, kaum Musiker/Bands gut finde, die nach 1980 bekannt geworden sind), aber wenn ich mir ein Konzert, egal in welcher Zeit, aussuchen könnte, wäre es vermutlich eines von Elvis Presley (oder von Johnny Cash, da streite ich mich noch). Mit Country und Rock ’n‘ Roll und einer tiefen Stimme kriegt man mich eigentlich immer. Ich finde bei keiner anderen Musik bekommt man so viel Lust zu tanzen wie bei Rock ’n‘ Roll und man kann sie einfach immer hören. Da gehört Elvis als fleischgewordener Rock ’n‘ Roll einfach dazu.

 

Platz 8: Johnny Cash

Apropos Elvis Presley: Unser nächster Kandidat hatte seinen ersten großen Auftritt im Vorprogramm des „Kings“. Johnny Cash ist der Country-Musiker schlechthin. Der sogenannte „Man in Black“ mit der charakteristischen Gitarre auf seinem Rücken wurde mit seinem „Boom-Chicka-Boom“-Sound (ja, der heißt tatsächlich so) bekannt. Der Mann, der seine Konzerte immer mit den Worten „Hello, I’m Johnny Cash“ eröffnete, ist vor allem für sein Lied „Ring of Fire“ berühmt … und berüchtigt dafür, dass er einmal in seinem Gitarrenkoffer über 1000 Amphetamintabletten von Mexiko in die USA schmuggelte.

 

Sophia: Für mich ist es so selbstverständlich, dass Johnny Cash auf eine solche Liste gehört, dass ich gar nicht großartig weiß, was es hier überhaupt noch zu sagen gibt. Jeder noch so große Musikbanause hat wohl schon einmal eines seiner Lieder gehört, auch wenn er sich dessen nicht bewusst war. Für mich am beeindruckendsten ist die großartige Bandbreite an Genres, in denen Cash sich wie selbstverständlich bewegen konnte, von entspannten Country-Nummern bis hin zu herzzerreißenden Balladen ist wirklich alles dabei. Für mich (und hier bin ich wohl der Mainstream-Meinung) ist auch Cashs Cover von „Hurt“ (ursprünglich von den Nine Inch Nails) ein absolutes Meisterwerk der Musikgeschichte und eines von wenigen Liedern, die ich getrost in Endlosschleife anhören kann. (Der letzte Wolverine-Film Logan hat sich dies geschickt zu Nutze gemacht und „Hurt“ als Trailermusik  verwendet – da ist es dann praktisch schon egal welche Szenen man zeigt, weil die Musik sowieso fast die ganze Arbeit macht).

 

Platz 7: Alligatoah

Alligatoah, der eigentlich ganz unspektakulär Lukas Strobel heißt und aus Niedersachsen kommt, ist ein deutscher Rapper, Sänger und DJ. Charakteristisch sind seine intelligenten Texte und die gut gemachten Videos (die er selbst produziert). Sich selbst bezeichnet er als „Schauspielrapper“.

 

Anni: „Wer reitet noch so spät durch Nacht und Wind? Alli-Alligatoah!“

Ein genialer Musiker, der sich zugleich als Künstler und Kritiker darstellt. Wie kein anderer Deutschrapper versteht er es, wortgewandt und humorvoll auf die Schwächen der Gesellschaft zu deuten, ohne jemals überheblich zu wirken. Mit geistreichen, manchmal tiefgründigen Texten positioniert er sich weit entfernt von dumpfem „Ich fick deine Mudda“-Rap, aber bleibt dabei dem Spießertum fern. In vielen seiner Songs finde ich auch beim 100. Mal Hören noch eine Zeile, deren volle Bedeutung ich vorher nicht gecheckt habe. Die Musikvideos und die Bühnenshow (die ich im Januar in Frankfurt erleben durfte – danke für die Karten, Mama!) sind ebenfalls sehr unterhaltsam.

Was mir an Alligatoah am besten gefällt? Seit 2011, als ich zum ersten Mal einen Song von ihm gehört habe („Märchenschlampen“ war das), hat sich Alligatoah enorm weiterentwickelt und seinen ganz eigenen Stil geschaffen – den Schauspielrap.

 

Platz 6: Schandmaul

Seit fast 20 Jahren gibt es sie jetzt schon, die sechsköpfige Band um Thomas Lindner, den Sänger mit der rauen Stimme. Wer auf Mittelalter, Folk und Rock steht, dem sei diese Band auf jeden Fall ans Herz gelegt. Mit Geigen, Drehorgel, Schalmei, Flöte, Dudelsack und Laute haben sie sich ihren ganz eigenen mittelalterlichen Sound geschaffen, der perfekt zu ihren märchen- bzw. sagenhaften Liedern passt.

Jakob: Irgendwann, als ich anfing, Musik zu hören, stellte mir ein Schulfreund eine CD zusammen, auf der unter anderem auch Songs von Schandmaul zu hören waren. Ziemlich schnell wurde ich zum Fan der Gruppe und habe sie seither auf einigen Konzerten live gesehen. Mit dem Album Anderswelt 2008 begann zwar meiner Meinung nach bereits der musikalische Abstieg der Band, aber die vorherigen Alben sind in ihrer Mischung aus teilweise hartem Rock und melodisch-mittelalterlichen Klängen (Dudelsack, Schalmei & Co.) nach wie vor toll anzuhören. Auch die originellen Texte – manchmal märchenhaft, manchmal traurig, manchmal voller Lebensfreude – und der generell abwechslungsreiche Stil sorgen dafür, dass Schandmaul auf dem Terrain des Mittelalter-Rocks nach wie vor unerreicht bleiben.

 

Platz 5: Abba

Die schwedische Popgruppe, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben ihrer vier Mitglieder Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad zusammensetzt, wurde im Jahr 1972 gegründet. Über 400 Millionen verkaufte Tonträger machen ABBA zu einer der erfolgreichsten Bands, die es je gab. Neben der Musik waren sie auch für ihre außergewöhnlichen Bühnenoutfits mit Plateaustiefeln und Schlaghosen bekannt. Im Laufe der Zeit wurden sowohl Agnetha und Björn als auch Benny und Anni-Frid ein Paar. Nach den Scheidungen beider Paare ging jedoch auch die Band auseinander – sie wurde allerdings nie offiziell aufgelöst.

 

Maike: Ausgerechnet der Eurovision Song Contest verhalf Abba 1974 zu internationalem Erfolg. Die Band ist aber auch wirklich die perfekte Repräsentation des Europop der 1970er Jahre. Umso erstaunlicher, dass sie es weltweit in die Charts schaffte und sich ihre Musik auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Letzteres liegt mit Sicherheit auch am Mamma Mia!-Musical und den beiden großartigen gleichnamigen Filmen.

Ich kann gar nicht sagen, wann ich das erste Mal einen Song von Abba gehört habe. Für mich ist es eine der Bands deren Lieder man einfach kennt (und mag). Der erste Mamma Mia-Film ist für mich der ideale Film für einen gemütlichen Abend auf dem Sofa. Zu „Mamma Mia“ oder „Dancing Queen“ hüpfe ich mit der Haarbürste in der Hand durchs Zimmer, „The Winner Takes it All“ ist das ideale Lied zum ins Kissen Weinen. Ich würde die Musik von Abba nicht zwingend als außergewöhnlich gute Musik beschreiben, aber definitiv als Musik, die ich außergewöhnlich gerne höre!

 

Platz 4: K.I.Z.

K.I.Z. ist ein Zusammenschluss der drei deutschen Rapper Tarek, Maxim und Nico. Bekannt sind sie vor allem für ihre provokanten Texte. Im September letzten Jahres traten sie beispielsweise auf einem Konzert gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Chemnitz auf.

 

Leska: Wir schreiben das Jahr 2007. Metal und Punk beherrschen meinen MP3 Player. HipHop? Niemals! Deutschrap? Nur über meine Springer-Stiefel tragende Leiche! Doch eines schönen Tages schickte mir ein gleichgesinnter Schulfreund per Bluetooth einen Song auf mein Handy. „Hör dir des an, voi guad!“ Erst traute ich meinen Ohren nicht. Will der mich verarschen?! Doch dann hörte ich mir das Lied an. „Geld essen“ war der Titel, „Hahnenkampf“ das dazugehörige Album, das ich mir schon bald darauf besorgte. Und damit war eine neue Liebe, eine neue Leidenschaft geboren, die bis heute anhält. Inzwischen sind noch so manche andere Interpreten des deutschen Sprechgesangs hinzugestoßen, doch K.I.Z werden für mich immer einen besonderen Stellenwert haben.

 

Platz 3: System of a Down

Nachdem wir jetzt schon sehr viele verschiedene Musikrichtungen durchhaben, darf natürlich auch Metal nicht fehlen. Diese Band vereint so viele verschiedene (Metal-)Stile in ihrer Musik (u. a. Heavy Metal, Grunge, Psychedelic Rock, Punkrock und armenische Folklore), dass ihr Stil oft als „Alternative Metal“ bezeichnet wird.

 

Andi: System Of A Down (SOAD) ist keine Band, sondern ein Phänomen. Wie eine Gruppe in der Lage sein kann, konstant so viele, unglaublich vielschichtige, abwechslungsreiche und geniale Songs zu produzieren, ist mir unerklärlich. Jedes einzelne Lied von SOAD hat mehr Abwechslung und Tiefe, als es manche Gesamtwerke anderer Künstler haben. Und ganz nebenbei sind die Texte dieser Lieder nicht nur politisch, sondern auch oft so voller Metaphern und zitierbaren Stellen, dass man über jeden Song stundenlang diskutieren kann. „Chop Suey“, „Lonely Day“, „Aerials“, „Highway Song“, „Toxicity“ … jeder einzelne Song von SOAD könnte jahrelang die Charts anführen. Eine Band, die so viele Meisterwerke abliefert, hat eindeutig eine hohe Platzierung verdient. 

 

Platz 2: Beatles

Kommen wir nun zur ältesten Band unserer Liste, die vermutlich nicht unerheblichen Einfluss auf einige der anderen Künstler hatte (während sie selbst stark vom Rock ’n‘ Roll der 50er Jahre geprägt war). Ihren Ursprung nahm die Band als der 17-jährige John Lennon den zwei Jahre jüngeren Paul McCartney 1957 auf einem Gartenfest kennenlernte. Wie daraus eine der bekanntesten Bands überhaupt entstand ist längst Musikgeschichte. Warum die „Pilzköpfe“ auch heute noch so wichtig sind, erklärt euch Hannah.

 

Hannah: Wir sind uns als Redaktion wohl relativ einig, dass die Beatles eine der wichtigsten Bands sind, die man gehört haben muss. Ich gehe fest davon aus, dass auch die meisten unserer Leser schon ein paar Lieder von den Beatles gehört haben. Persönlich bedeuten sie mir viel, da sie einige meiner Lieblingslieder geschrieben haben, die mich auch immer mit meiner besten Freundin verbinden werden – da sie, seit ich denken kann, riesiger Beatles-Fan ist. Natürlich sind die Fab 4 nicht mehr ganz mein Jahrgang, doch ihre Musik wird wohl für immer zeitlos bleiben. Außerdem haben sie zusammen so viele Lieder geschrieben, dass für jeden und für jede Stimmung etwas dabei ist. Von romantischer Ballade über Upbeat Popmusik bis hin zu Psychedelic-Rock. Die Beatles kann ich immer hören.

 

Platz 1: Queen

Wohlverdient auf dem ersten Platz steht diese Band, die sich 1970 gründete. In 16 Jahren spielten sie mehr als 700 Konzerte. Ihr wohl ungewöhnlichster Song „Bohemian Rhapsody“ war nicht nur neun Wochen lang Platz eins der britischen Charts, sondern gilt auch als Beginn der Ära der Musikvideos. In diesem Lied kommt auch besonders Freddies einzigartige Stimme heraus.

 

Basti: Die Königin der Bands hat es also (absolut verdient) auf Platz 1 geschafft. Queen ist wahrscheinlich eine der wandlungsfähigsten Bands aller Zeiten. Wenn man sich Songs wie „Bohemian Rhapsody“ direkt nach „Somebody to Love“ oder „Crazy Little Thing Called Love“ hört, dann sind das zwar komplett unterschiedliche musikalische Herangehensweisen, bei denen man aber dennoch immer die typische „Queen“-Handschrift heraushören kann. Die Bandgeschichte ist genauso legendär wie traurig und man kann behaupten, dass sich Queen seit dem Tode Freddie Mercurys nie wieder gefangen hat. Und dennoch kommt niemand, der einen Sinn für Musik hat, an Queen vorbei.

Das war sie, unsere Top 10 von Musikern und Bands. Stimmt ihr mit unserer Liste überein oder eher nicht? Welche Musiker oder Bands fehlen? Schreibt es uns in die Kommentare.

Julia Jung

Julia Jung

Juju ist 25 Jahre alt und studiert den Master Text- und Kultursemiotik in Passau. Ihre Leidenschaft zum Schreiben hat sie schon im Kindesalter entdeckt. Das Einzige, was ihr mehr Spaß macht als Texte zu schreiben, ist sie auf Bühnen selbst vorzutragen.

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1 Antwort

  1. 9. April 2019

    […] Ihr nun schon wisst, welche Filme und Musiker/Bands für uns absolut unentbehrlich sind, geht es diese Woche mit unserer Bücherliste […]

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