Der große KultLaute-Burgerrestaurant-Test

Den ganzen Juni haben wir hier auf KultLaute über Burger philosophiert. Aber ein großes Thema, womöglich sogar das größte, blieb unberührt… bis jetzt! Denn die besten Burger sind immer noch die, die man nicht selber machen muss. Deshalb findet ihr hier, zum krönenden Abschluss des Themenmonats Burger den großen KultLaute-Burgerrestaurant-Test (kurz KBT!)

Im KBT haben wir uns auf Restaurants in Passau konzentriert, die vor allem für ihre Burger bekannt sind, also MAX+MUH, die Zweite Heimat und Hans im Glück. Da das Hans im Glück immer noch nicht offen hat, wurde es beim KBT durch das Sofrafresh ersetzt, das zwar nicht nur Burger anbietet, aber für ihren Qyfte-Burger (gesprochen Köfte) bekannt ist. Alle Restaurants wurden in den folgenden Kategorien bewertet: Geschmack des Essens, Ambiente der Lokalität, Preis für das Essen, wie sättigend dieses war, wie groß die Auswahl an Burgern war, Angebot und Geschmack der Beilagen und Qualität des Services.

 

Geschmack

Zweite Heimat

Die Zweite Heimat zeichnet sich durch sehr reichhaltige und saftige Zutaten aus. Das Fleisch ist standardmäßig medium gebraten, was dem ausgezeichneten Biofleisch definitiv gut tut. Die Soßen besitzen klar definierte Geschmacksrichtungen, die aber durch ihren sparsamen Einsatz nicht zu sehr dominieren. Auch fast alle anderen Zutaten sind durch ihre Frische immer präsent. Bei den Monatsburgern wird vor allem bei den veganen Burgern oft experimentiert, was manchmal in geschmacklich gewöhnungsbedürftigen Patties endet, oft aber auch zu Geniestreichen führt. Die Buns sind von bemerkenswerter Qualität und sind perfekt kross.

Sofrafresh

Bei Sofrafresh ist der typische Fleischgeschmack des Qyfte-Pattys sehr dominant, was etwas schade ist, da alle Zutaten einzeln an sich frisch und knackig sind, sich aber einfach nicht durchsetzen können und somit obsolet wirken. Das Qyfte an sich ist dafür aber sehr gut. Weniger gut sind die Falafel, die in der veganen Version als Ersatz dienen. Auch ist der Falafelburger etwas trocken, da der Saft der Qyfte fehlt. Ausgezeichnet ist dafür das verwendete Fladenbrot.

MAX + MUH

Die größte Schwäche bei MAX + MUH ist das Fleisch. Bestellt man nicht die wesentlich teureren Biopatties, ist das Fleisch einfach fade und zu trocken. Die restlichen Zutaten sind aber geschmacklich gut und harmonieren sehr. Soßen werden äußerst sparsam eingesetzt, was dem Ganzen zwar etwas an markanten Geschmacksnoten nimmt, andererseits aber auch subtileren Geschmacksträgern Raum gibt. Hier würde man sich oft noch mehr Zutaten wünschen, um diese Vorteile besser zu nutzen. Die Buns fallen weder positiv noch negativ auf.

 

Ambiente

Zweite Heimat

Die Zweite Heimat ist innen etwas eng und durch die direkt eingebaute Küche oft dampfig. Der Style ist aber eine sehr schöne Mischung aus modern und bayrisch, angenehm dunkel, sehr einzigartig und nicht zu penetrant. Außerdem bin ich persönlich ein großer Fan der Teller. Die Plätze draußen sind nicht ideal, da man direkt an einer doch manchmal befahrenen Straße sitzt. 

Sofrafresh

Innen wirkt das Sofrafresh einfach sehr stark wie die klassische Dönerbude mit eher unsubtilem Charme. Spielt das Wetter aber mit, kann man auf einem sehr geräumigen, ansehnlichen und trotz seiner Lage erstaunlich ruhigen Hof essen, der dem Ganzen gleich viel mehr ein Restaurant-Flair verleiht.

MAX + MUH

Innen ist das MAX + MUH, auch aufgrund der viel zu großen Theke eng und unbequem, da es mit sehr vielen Plätzen vollgestopft wurde. Außerdem ist die Einrichtung und Deko mir zu sehr an eine Touristenfalle angelehnt und das Flair wirkt oft forciert ländlich-bayrisch. Draußen dagegen hat man viel Platz und das bayrische Thema ist wesentlich subtiler und angenehmer umgesetzt. Außerdem sitzt man sehr ruhig in einer Nebengasse der Fußgängerzone (keine Autos!). Positiv muss auch die vorher angekreidete Anzahl der Plätze erwähnt werden. Dass man im MAX + MUH keinen Tisch mehr bekommt, sollte nur in den allerschlimmsten Stoßzeiten passieren.

 

Preis

Zweite Heimat

Natürlich kann die Zweite Heimat preislich nicht mit McDonalds oder Imbissketten mithalten. Dennoch wäre ich bereit, noch um einiges mehr zu zahlen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist, abgesehen von einigen Sonderangeboten und Buffets, das beste in Passau. Für circa 12 Euro bekommt man einen ausgezeichneten regionalen Bioburger und eine großzügige Beilage (Salat oder Pommes). Zusätzliche Wünsche oder Zutaten sind sehr vernünftig bepreist und somit auf unseren Burgern gern gesehene (oder besser gesagt: gegessene) Gäste. Auch bei den Getränken bekommt man nur wirklich hochwertige Marken und zahlt trotzdem nicht merklich mehr. Und die Tüte Pommes ist preislich wirklich auf Fastfood-Niveau, geschmacklich aber auf einem vollkommen anderen Level.

Sofrafresh:

In den Standardvarianten sind die Burger des Sofrafresh sehr preisgünstig. Möchte man aber einige „Extras“, die eigentlich standardmäßig dazugehören sollten (Käse, Beilagen), bewegt man sich schnell im Bereich von 13-14€, was dann einen kleinen Tick zu teuer wirkt. Dennoch ist dieses Konzept an sich lobenswert, da man so sein Essen besser an den Geldbeutel anpassen kann. Da das Sofrafresh ja auch ein Imbiss ist, sind die Beilagen sehr preiswert.

MAX + MUH

An sich sind die Preise bei MAX+MUH, bis auf die teilweise äußerst dubiosen Kommapreise (5,32€? Warum?), sehr ähnlich zur Zweiten Heimat, wobei die billigsten Burger etwas günstiger sind. Die Preisspanne reicht also von sehr billigen Burgern ohne Beilage bis zu sehr teuren, sodass man sehr günstig satt werden oder auch edel essen gehen kann. Allerdings muss man für die Biozutaten einen saftigen Aufpreis zahlen, während diese bei der Zweiten Heimat standardmäßig dabei sind. Die Beilagen sind fair bepreist und vor allem hier kann viel Geld gespart werden. Gelobt werden muss (sowohl geschmacklich als auch preislich) das Hausbier. 

 

Sättigung

Zweite Heimat

Obwohl die Portionen bei der Zweiten Heimat auf den ersten Blick eher klein wirken, sind die Speisen so sättigend, dass sogar ich, ein professioneller Vielesser, gerade so alles schaffe. Wer noch mehr möchte, kann sich billig zusätzliche Patties in den Burger packen oder sich mit dem „Double Heimat“ anlegen, der sicher auch zwei normale Leute satt macht. 

Sofrafresh

Wie es für viele Restaurants dieser Art typisch ist, wird man hier wirklich sehr gut satt, ich musste sogar etwas Pommes übrig lassen und das, obwohl ich nicht das umfangreichste Menü gewählt habe. Auch die veganen Optionen sind sehr sättigend, was ja oft nicht der Fall ist. 

MAX + MUH

Auch bei MAX + MUH wird man extrem gut satt. Dies liegt auch an der, auf Wunsch, exzessiven Menge an Beilagen. Die Burger an sich sind weniger fettig als bei den anderen Restaurants, was sich zwar etwas negativ auf die Sättigung auswirkt, aber offensichtlich auch Vorteile mit sich bringt.

 

Auswahl:

Zweite Heimat

Vor allem im veganen/vegetarischen Bereich ist die Zweite Heimat vorbildlichst und hat trotz der Tatsache, dass man Burger normalerweise wirklich nicht mit vegan verbindet, eine größere Auswahl an veganen/vegetarischen Optionen als das durchschnittliche Passauer Restaurant. Aber auch bei den klassischen Burgern braucht sich die Zweite Heimat nicht verstecken, da sie auch hier die größte Auswahl der drei Getesteten auffährt. Auch die optionalen Zusatzzutaten für die Burger sind riesig, vor allem die Option auf sehr viele Soßen ist bemerkenswert. Und wem das immer noch zu langweilig ist, der findet jeden Monat mindestens zwei komplett neue, oft sehr abgedrehte Burger auf der Karte.

Sofrafresh

Beim Sofrafresh gibt es im Burgerbereich leider sehr wenig Auswahl. Natürlich ist dieser Vergleich etwas unfair, da sich hier nicht so stark spezialisiert wurde, andererseits würden mir angesichts der restlichen Speisekarte sofort viele andere Burgeroptionen einfallen, die man ohne zusätzliche Zutaten vorrätig haben zu müssen, einführen könnte. Einzig vegane Option ist der vegetarische Burger ohne Käse. Auch an zusätzlichen Soßen und optionalen Zutaten mangelt es sehr, hier wäre mehr wünschenswert.

MAX + MUH

Für „Normalesser“ gibt es bei MAX + MUH viele, sich auch sehr stark unterscheidende Angebote, großes Lob hierfür. Die Auswahl an Extrazutaten ist gut, Soßen gibt es ebenfalls reichlich. Schwach ist aber der vegane Bereich. Es gibt ein paar vegetarische Optionen, als veganisierter Burger hält jedoch nur ein F.K.K.-Teller mit Buns her, den man leicht auch direkt als Burger anbieten könnte. Auch ist eine vegan/vegetarisch Kennzeichnung auf der Karte vorhanden, wurde aber noch etwas inkonsequent umgesetzt.

 

Beilagen:

Zweite Heimat

Die Auswahl bei den Beilagen in der Heimat ist mehr als ausreichend, und hat mit den Chilli-Cheese-Fries eines meiner absoluten kulinarischen Highlights zu bieten. Auch die Süßkartoffelpommes (mit veganer Kräutermayo!) erfreuen sich großer Beliebtheit. Leider sind vor allem die normalen Pommes manchmal nicht perfekt frittiert oder zu salzig, das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Pommes oder Salat gibt es standardmäßig zu jedem Burger, auf Wunsch auch halb-halb. Für einen wirklich fairen Preis kann man zu einer der Luxusvarianten upgraden. 

Sofrafresh:

Beim Sofrafresh gibt es nur Pommes als einzige Beilagenoption. Diese sind ok, aber nicht besonders gut. Hier hätte ich mir wieder mehr Optionen gewünscht, ein Salat wäre zum Beispiel problemlos möglich.

MAX + MUH

Hier ist die Auswahl gigantisch groß und um dem ganzen die Krone aufzusetzten, gibt es häufig noch Angebote außerhalb der Karte. Diese sind dann aber meist ziemlich teuer. Die normalen, billigen Pommes sind geschmacklich solide, werden aber sehr schnell lasch und verlieren ihren Geschmack. Etwas ausgleichen kann dies die Vielzahl an hausgemachten Limonaden, die durchaus als Beilagenersatz dienen können, vor allem wenn man nicht besonders viel Hunger hat. 

 

Service:

Zweite Heimat

Der Service ist sehr liebenswert und zuvorkommend. Zwar sind die Angestellten nicht immer über alles gut informiert, bisher konnten aber alle Fragen geklärt werden. Manchmal muss man etwas länger sitzen, die Wartezeiten sind aber vollkommen im Rahmen und dafür bekommt man immer genau das, was man bestellt hat.

Sofrafresh:

Im Sofrafresh ist die Bedienung sehr nett, neigt aber dazu, sich nichts aufzuschreiben, was dann unter Umständen doch zu Fehlern bei den Bestellungen führt. Dafür ist aber alles sehr flott.

MAX + MUH

Auch das MAX + MUH hat sehr freundliches Personal, leider sind diese aber auch des Öfteren etwas überfordert. Wirklich negativ ist das bis auf ärgerliche Rechenfehler beim Rückgeld nicht, da man stets sehr höflich behandelt wird. Das Angebot kennen sie aber sehr gut.

 

 

 

Overall:

Zweite Heimat

Wir halten die Zweite Heimat für das beste Burgerrestaurant Passaus. Nicht nur sind alle Zutaten regional und bio, es schmeckt auch einfach super! Und selbst wenn man es irgendwie geschafft hat, sich an der Zweiten Heimat satt zu essen, ziehen einen die Monatsburger immer wieder hin. Daher werden auch wir noch oft in (oder idealerweise vor) der Heimat anzutreffen sein!

Sofrafresh:

Das Sofrafresh ist eine gute Empfehlung, wenn man einmal Lust auf etwas ganz Anderes hat. Leider ist die Auswahl etwas zu gering, um eine sinnvolle Alternative zum klassischen Burgerrestaurant darzustellen, wer aber nicht immer Döner oder Pizza bestellen möchte, sollte auf alle Fälle einmal die Burger testen!

MAX + MUH

Auch das MAX + MUH stellt eine gute Alternative zur Zweiten Heimat dar. Vor allem der Außenbereich ist ein großes Plus und die Option, relativ billig, aber immer noch gut zu essen. Die vielen anderen Angebote neben den Burgern bieten ebenfalls gute Gründe für einen Besuch. Praktisch: Das MAX + MUH hat sonntags geöffnet, während die Zweite Heimat hier Ruhetag hat. Großes Minus gibt es leider für die sexistische Goaßmaß-Werbung. 

 

 

Hat euch unser großer KBT weitergeholfen? Oder seid ihr vielleicht ganz anderer Meinung? Berichtet uns doch in den Kommentaren, wo es eurer Meinung nach die besten Burger Passaus gibt.

Andreas

Andreas

Andi einen Text über sich selbst schreiben zu lassen, ist vermutlich nicht die beste Idee. Er würde nämlich nur erwähnen, wie toll, gutaussehend, schlau, höflich, verlässlich, kinderlieb und bescheiden er ist. Ist Andi nicht mit dem Schreiben von Texten, die nur er wirklich witzig findet, beschäftigt, geht er vermutlich einem seiner diversen Nerdhobbys nach: Entweder schiebt er kleine, selbstbemalte Zinnfiguren hin und her, beschäftigt sich mit vollkommen überteuerten Papprechtecken, auch bekannt als Magic, oder spielt absurd lange Brettspiele.

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2 Antworten

  1. Avatar Mentor vom sofrafresh sagt:

    Hallo Andi,

    Danke für deinen interessanten Bericht über uns. Wir sind mehr oder weniger in den Kinderschuhen des Burgerdaseins und haben mit den Qyfte-Burger, der sehr viel mit dem Rezept aus meiner Heimat zu tun hat, Akzente in der Passauer Burger-Landschaft gesetzt. Du hast zu recht erwähnt, dass es da noch viele mögliche Burgermäglichkeigen gäbe unsere Karte auszubauen. Wenn du magst kannst du uns gerne ein paar Tipps geben, da wir offen sind und ohnehin die Karte ausbauen wollen

    Gruß
    Mentor

  2. Avatar Andi sagt:

    Sofafresh kenne ich bislang nicht. Ansonsten wäre bei mir die Reihenfolge auch Zweite Heimat klar vor Max und Muh. Den besten Burger (nach meinem persönlichem Geschmack) habe ich in Passau allerdings bislang im Braven Mädchen gegessen. Sicherlich kein typisches Burgerrestaurant wie die hier getesteten – der Burger auf der Karte jedoch ist von sehr guter Qualität und schmeckt ausgezeichnet!

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