Ein Wochenende in Budapest

Hallo aus Budapest! Seit ziemlich genau neun Monaten lebe ich jetzt mittlerweile in dieser schönen Stadt an der Donau. Und weil Budapest so schön ist, habe ich hier immer wieder Besuch, dem ich mein derzeitiges Zuhause zeigen kann. Ich würde mich zwar wirklich nicht als Sightseeing-Expertin bezeichnen, aber es hat sich auch noch keiner getraut, sich über meine Touren zu beschweren …

Wie der Titel schon verrät, versuche ich im Rahmen dieses Mini-Guides, einen Vorschlag für “Ein Wochenende in Budapest” zu unterbreiten. Ich versuche also, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in eine einigermaßen sinnvolle Reihenfolge zu bringen, und das Ganze mit meinen persönlichen Essens- und vor allem Kaffee-Empfehlungen zu spicken. Um es im Rahmen des Wochenendes zu halten, gehe ich von einer Anreise am Freitagvormittag und einer Abreise Sonntagnachmittag beziehungsweise -abend aus.

Wer andere (oder womöglich bessere?) Ideen, Vorschläge und Empfehlungen parat hat, kann sie natürlich gerne in den Kommentaren weitergeben.

Freitag

Herzlich Willkommen in Budapest! Du hast es geschafft. Pack am besten erstmal deine Tasche aus und hol dir in einer nahegelegenen Bäckerei oder einem Café eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken.

Dann mach dich auf den Weg Richtung Heldenplatz (Hősök tere). Hier beginnt dann meine Runde.

Am Heldenplatz gibt es gleich mehrere Dinge zu sehen. Zum einen den Platz an sich mit seinen Statuen. Direkt am Platz findet man auch das Museum der Bildenden Künste und die Kunsthalle. An den Heldenplatz angrenzend ist das Stadtwäldchen (Városliget), in dem sich der Budapester Zoo, das Széchenyi Thermalbad, ein Wasserbecken, und dahinter die Vajdahunyad vára, ein etwas bizarr anmutendes Burggebäude, befinden. Genau dieses bizarre Gebäude sollte man sich näher anschauen. Es wurde nämlich allein dazu gebaut, die verschiedenen architektonischen Stile Ungarns zu repräsentieren. Das Gebäude ist also eine lustige Mischung verschiedenster Baustile, die aneinander gereiht sind. Im Sommer kann man auf der zwischen Heldenplatz und Burg gelegenen Wasserfläche Bötchen fahren, im Winter ist es die größte Eislaufbahn Europas. Das nenne ich mal sinnvolle Architektur!

Vajdahunyad vára

Von hier aus lässt es sich angenehm mit einer der ältesten Metros der Welt, der M1, unter der zum UNESCO-Kulturerbe gehörenden Andrássy Út Richtung Zentrum fahren. Je nach Laufbereitschaft kann man an einer der vielen Haltestellen aussteigen und selbst die Prachtstraße entlangschlendern. Spätestens an der Haltestelle Opera würde ich aber aussteigen, um die beeindruckende Oper zu sehen und noch ein Stück an der Straße entlangzugehen. Gegen Ende der Andrássy Út ist schon das imposante Gebäude der St. Stephans-Basilika (Szt. István Baszilika) zu sehen. Sowohl von außen als auch von innen ist diese auf jeden Fall einen Blick wert. Und wer eine tolle Aussicht über die Stadt haben möchte, kann auf die Aussichtsplattform der Basilika gehen!

Die St. Stephans-Basilika

Nach der langen Anreise und diesen ersten Eindrücken brauche ich auf jeden Fall erstmal einen Kaffee! Hier im Stadtzentrum gibt es viele tolle Optionen. Wer wie ich auf ein bisschen Rosa und Kitsch steht, kann es sich bei Kaffee und Kuchen im Arioso Café gemütlich machen. Hier gibt es neben kleinen Leckereien auch hübsche Deko-Kleinigkeiten zu kaufen.

Vom Café sind es zu Fuß nur gut zehn Minuten zur berühmten Kettenbrücke (Szécheniy Lánchíd). Wer über diese gehen möchte, kann das gerne tun und am anderen Ufer in den Bus steigen, wer mit dem Bus fahren möchte, kann sich schon am Deák Ferenc tér in den Bus 16 setzen und von da zur Haltestelle Szentháromság tér fahren. Denn jetzt geht es von Pest nach Buda in das schöne Burgviertel. Aus dem Bus ausgestiegen steht man direkt vor der Matthiaskirche an der Fischerbastei. Hier und beim Rundgang um den Burgpalast lassen sich wunderschöne Aussichten über Buda und Pest genießen. Auch sonst hat das Viertel zwischen Fischerbastei und Burgpalast seinen ganz eigenen Charme und ist einen Spaziergang wert.

Die Fischerbastei

Die Matthiaskirche

Am ersten Abend in Budapest hat man ja bestimmt Lust auf ungarische Küche. Da kann ich im Zentrum im Drum Café Budapest das Preis-Leistungs-Verhältnis besonders empfehlen. Die Gulaschsuppe und die Paprikás-Gerichte hier sind wirklich sehr lecker und günstig. Da lohnt es sich auch gegebenfalls etwas auf einen Tisch warten zu müssen. Also am besten nicht komplett ausgehungert hier ankommen. Nur wer Lust auf Langos hat, sollte vielleicht lieber woanders schauen.

Nach leckerem ungarischen Essen kann man den ersten Abend entspannt ausklingen lassen. Besonders schön ist es zum Beispiel direkt am Donauufer an der Kettenbrücke im Pontoon.

Die Aussicht vom Pontoon

Samstag

Gut ausgeruht beginnt man den neuen Tag am besten mit einem ausgiebigen Brunch im Szimpla Kert, Budapests ältester, berühmtester (und ja, auch touristischster, aber hey, du bist Tourist …) Ruinenbar. Gut gestärkt geht es auf in Richtung zentraler Markthalle. Mit gut gefülltem Magen lässt sich das große Angebot an frischem Obst und Gemüse, verschiedener Salami und anderen Leckereien auch gleich viel entspannter betrachten. 

Die große Markthalle

Direkt an der Markthalle ist die schöne Szabadság Brücke, die durchaus einen Blick wert ist. Von hier aus geht es donauabwärts weiter mit der S2, der S-Bahn mit der wahrscheinlich schönsten Aussicht, die ich kenne. Am Donauufer entlang mit Blick auf Buda fährt die S2 gemütlich Richtung Parlament. Das ungarische Parlament ist beeindruckend und umgeben von Statuen und anderen schönen Gebäuden. Als eines der größten Parlamentsgebäude Europas macht es wirklich etwas her.

Das Parlament – fotografiert von der Buda Seite

Nach der bequemen Fahrt in der S2 bietet sich jetzt ein kleiner Spaziergang zur Margareteninsel (Margit-sziget), Budapests grüner Lunge, an. Die Donauinsel ist der Stadtpark Budapests und seine Gärten und Grünflächen, sowie die Klosterruinen, sind perfekt für einen Mittagsspaziergang oder ein kleines Picknick mit ein paar Früchten, die man morgens in der zentralen Markthalle erstanden hat (oder vielleicht auch ein paar Túró Rudi Schokoriegeln der Kultmarke Pöttyös aus dem nächstgelegen Supermarkt … 🙂 ).

Wer erstmal genug von Grünflächen und Spaziergängen hat, kann sich in die Richtung der Dohány utca zur großen Synagoge begeben. Die ist zwar Samstags für Besucher geschlossen, ist aber auch von außen durchaus sehenswert. Nicht allzu weit von hier befindet sich eines meiner liebsten Cafés. Das könnte zwar auch an seiner relativen Nähe zu meiner Uni und der Tatsache, dass ich gelegentlich auf dem Weg zur Uni daran vorbeikomme, liegen. Aber der Kaffee im Apricot ist wirklich lecker und der Besitzer des Cafés sehr nett und spricht fließend Englisch. Alles in allem eine perfekte Kombination. Hier lässt sich nicht nur guter Kaffee trinken, sondern auch eine Auswahl leckerer belegter Croissants oder Kuchen und Cookies essen.

Trauerweide im Hinterhof der großen Synagoge

Anschließend lohnt es sich, durch die schönen Straßen des jüdischen Viertels zu spazieren, ein bisschen in den netten kleinen Läden zu bummeln und sich vielleicht noch in den anderen Straßen des Stadtzentrums um den Vörösmarty tér umzuschauen.

Wenn dann abends der Hunger wieder kommt, ist zum Beispiel das Púder Bárszínház eine gute Adresse für ein leckeres Abendessen in originellem Ambiente.

Wer anschließend den Abend wieder bei einem schönen Panoramablick ausklingen lassen will, kann sich zum Beispiel eine Flasche Wein schnappen, auf den Gellért Berg wandern und von dort oben die phänomenale Aussicht über die beleuchtete Stadt bewundern.

Aussicht vom Gellértberg

Sonntag

Oh nein! Der letzte Tag! Um die Trauer darüber, diese wunderschöne Stadt wieder verlassen zu müssen und in die Realität zurückzukehren zu überwinden, empfehle ich einen leckeren Brunch im Mazel Tov. Hier gibt es beste israelisch-jüdische Küche in idyllischer Atmosphäre. Wer in Budapest war und nicht im Mazel Tov essen war, hat wirklich was verpasst. Neben dem leckeren Essen gibt es auch köstliche hausgemachte Limonaden, die besonders empfehlenswert sind.

Mazel Tov

Die letzten beiden Tage mit dem vielen Umherwandern waren bestimmt anstrengend. Da gibt es doch nichts besseres, als einen entspannten Tag in einem von Budapests zahlreichen Thermalbädern. Hier kommen Kultur, Geschichte und Entspannung in einer perfekten Kombination zusammen. Wer auf Prunk und Größe steht, wird hier vielleicht im Széchenyi Bad glücklich. Das Bad hat sehr große Außenbereiche und befindet sich in einem beeindruckenden Gebäude. Mein persönlicher Favorit ist das kleinere und sehr alte Kiraly Thermalbad. Es hat zwar keine große Außenfläche, glänzt dafür aber mit dem Charme eines original türkischen Bades. Und ist um einiges günstiger 🙂.

Je nachdem wann und von wo die Abreise ist, lässt sich direkt neben dem Szimpla Kert im Street Food Karavan Budapest für jeden Geschmack eine leckere Streetfood-Kleinigkeit im gemütlichen Innenhof finden.

Street Food Karavan

Dann heißt es vermutlich auch schon „Tschüss Budapest!“ Oder besser: „Auf Wiedersehen!“ Denn auch wenn ich versucht habe, ganz viel in ganz wenig Zeit zu packen, gibt es natürlich immer noch etwas, für das sich ein weiterer Besuch lohnt.

Viszlát és hamarosan látlak!

 

Best of „Dinge, die ich ausgelassen habe“:

  • eine Rundfahrt auf der Donau (an Werktagen auf den öffentlichen Nahverkehrs-Fähren sogar kostenlos mit vielen Metrotickets!)
  • Das Haus des Terrors (Terror Háza) (Museum, das den Opfern des Kommunismus und der Juden- und Romaverfolgung gedenkt)
  • Besuch in der Synagoge
  • Besichtigung des Parlaments
  • eines der vielen feinen Kaffeehäuser (Central, New York, Gerbeaud, …)
  • Memento Park (witziger Park mit Statuen aus der Zeit des Sozialismus)
  • Sissis Schloss Gödöllő
  • Das ungarische Nationalmuseum mit Park (der wird im Moment neu gemacht und ist nur Baustelle …)

Burgpalast bei Nacht

Maike Kölpin

Maike Kölpin

Maike (25) studiert im Master Staatswissenschaften und Internationale Beziehungen. Neben dem Studium begeistert sie sich für alles was mit Gesang, Musik, Schauspiel oder Superhelden zu tun hat und lässt andere gerne an ihrer Begeisterung teilhaben.

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