Extrablatt! Der Kult-Chronicle berichtet über die neuesten Ereignisse in London

 

 

Wer bei  einer unserer Sherlock-Holmes-Aufführungen war, wurde vermutlich von einem oder mehreren Straßenkindern mehrmals gedrängt, sich eine Zeitung zu kaufen. Diese Zeitung bestand nur aus Artikeln, die im Bezug zum Stück standen, und von uns entworfen wurden. Habt ihr euch die Gelegenheit auf eines dieser Meisterwerke entgehen lassen, müsst ihr aber nicht verzweifeln, denn anbei findet ihr die ganze Zeitung als pdf zum Runterladen.

Im Folgenden noch ein kleiner Teaser aus meinem Lieblings-Artikel, der sich mit den Rechten der viktorianischen Frau beschäftigt:

 

Das durften die damals aber noch nicht! – Die Chancen und Grenzen der viktorianischen Frau

Eine Studie in Scharlachrot spielt 1887. Zu diesem Zeitpunkt hatten Frauen wenig überraschend deutlich weniger Rechte als heutzutage. Aber hatten sie so wenig Freiheiten, dass es die einzelnen Frauen in meiner Inszenierung so niemals hätte geben können? Im Folgenden soll diese Frage für einige Frauen des Stücks geklärt werden.

Sherlock Holmes:

Tatsächlich handelt es sich bei der Zeit, in der dieses Stück spielt, um eine Zeit der feministischen Revolution. Frauen erstritten sich in England zu dieser Zeit viele Rechte. 1870 wurde zum ersten Mal über ein allgemeingültiges Frauenrecht abgestimmt, 1882 wurde festgelegt, dass eine Frau in der Ehe den gleichen Anspruch auf Besitz und erworbenes Geld hat wie der Mann, und die ersten Frauenbewegungen kamen auf.  Frauen wie Emmeline Pankhurst (geb. 1858), die die Idee des gewaltlosen Widerstandes entwickelte, erstritten den Frauen immer mehr Rechte. Um 1877 entstand das Konzept der „New Woman“. Dieses beschreibt Frauen, die eine professionelle Erziehung genossen, meist aus der Ober- oder gehobenen Mittelschicht stammten, ohne Mann wohnten, von ihrem eigenen Einkommen aus einem selbst gewählten Beruf lebten und auch ihre Sexualität freier auslebten. Dies führte natürlich zu massivem sozialem Druck, unter dem aber die (ideale) New Woman nicht zusammenbrach, sondern sich in ihren Entscheidungen bestätigt fühlte. Die Idee, dass auch Sherlock Holmes zu diesen Frauen gehören hätte können, finde ich sehr spannend. Zudem war es für Frauen, die dieser Bewegung angehörten, nicht untypisch, mit anderen Frauen in Wohn- und Lebensgemeinschaften zusammenzuleben, was uns zu unserem nächsten Charakter führt.

[…]

Falls ihr wissen wollt, wer dieser nächste Charakter ist, findet hier die komplette Zeitung:

Zeitung Sherlock_komplett

 

 

Andreas

Andreas

Andi einen Text über sich selbst schreiben zu lassen, ist vermutlich nicht die beste Idee. Er würde nämlich nur erwähnen, wie toll, gutaussehend, schlau, höflich, verlässlich, kinderlieb und bescheiden er ist. Ist Andi nicht mit dem Schreiben von Texten, die nur er wirklich witzig findet, beschäftigt, geht er vermutlich einem seiner diversen Nerdhobbys nach: Entweder schiebt er kleine, selbstbemalte Zinnfiguren hin und her, beschäftigt sich mit vollkommen überteuerten Papprechtecken, auch bekannt als Magic, oder spielt absurd lange Brettspiele.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.