KinoLaute: Captain Marvel

Der aktuellste Marvel-Film erzählt zum ersten Mal die Geschichte einer weiblichen Superheldin. Starforce-Mitglied Vers wird auf einer Mission von einer Gruppe Skrulls (Todfeinde der Kree) gefangen genommen. Diese versuchen aus ihren Erinnerungen Hinweise auf eine Dr. Lawson zu extrahieren, die an einem experimentellen Lichtgeschwindigkeitsmotor gearbeitet hat. Vers schafft es zu entkommen und landet auf der Erde (hier wird auch schnell klar, dass die Handlung in den 90ern spielt). Dort kommt sie das erste Mal mit S.H.I.E.L.D-Agenten in Kontakt und nach und nach entspinnt sich eine Verfolgungsjagd nicht nur nach den Skrulls, die sich als Menschen ausgeben, sondern auch nach ihren eigenen Erinnerungen.

Quelle: https://twitter.com/MarvelStudios/status/1069395876055937024

 

Wastl: 9/10
Ich muss ehrlich mit euch sein: Ich bin kein großer Superheldenfilm-Fan. In den letzten Jahren, in denen diese Filme die Kinos fluteten, habe ich (mit Ausnahme der X-Men Saga) neben Thor 2 und einem Teil der Guardians of the Galaxies-Reihe keinerlei solche Filme gesehen. Gedanken an banale Handlungen, billige Klischees und – allem voran – Captain America, lösten bei mir ein unfassbares Desinteresse aus. Doch bekanntlich soll man über seinen Hipster-Schatten springen und so habe ich Captain Marvel eine Chance gegeben – und ich bin unfassbar überrascht! Graphisch ist der Film eine Wucht und schafft es eine fast durchgehend stimmige Atmosphäre zu kreieren. Auch schafft Captain Marvel einen gekonnten Spagat zwischen gewitztem Humor, Action und Nostalgie. Letztere kommt häufig aber perfekt portioniert und vielseitig zur Geltung: Sei es von Bildern, die an liebgewonnene Filme wie Top-Gun, Star Wars und diverse Roadmovies erinnern, bis hin zur musikalischen Aufarbeitung der 90er Jahre.

Auch schauspielerisch kann der Film sehr gut punkten. Brie Larson zeigt neben Leinwandikone Samuel L. Jackson eine fabelhafte Leistung. Die Handlung war anfangs dem Genre sehr typisch entsprechend einfach, nahm aber durch den gekonnt gesetzten Plottwist wieder an Fahrt auf. Was ich dem Film ebenfalls hoch anrechnen muss: Captain Marvel schafft es das subtil tragende Element von Feminismus respektvoll und deutlich zu vermitteln, ohne dabei zu gewollt und gezwungen zu wirken. Bleibt nur noch zu hoffen, dass nach Endgame Brie Larson der einzige Captain im Marvel-Universum sein wird. Bonuspunkte für Katze und Nine-Inch-Nails-Shirt.

 

Andi: 9/10

Brie Larson, Feminismus, Jude Law, Nirvana und ’ne Katze, allerdings kein Tom Hardy: 9/10.

So einfach könnte ich diesen Film bewerten. Allerdings sollte man schon etwas mehr über Captain Marvel schreiben, das hat sich dieses Werk verdient. Marvel schafft es hier, eine wirklich gute Mischung aus klassischer Originstory, Space Opera und Nostalgie zu erschaffen. Dies beginnt bereits mit der Optik. Ob auf der Erde der späten 80er oder auf einem fremden Alienplaneten, alles sieht super aus. Dass dabei alles etwas überzeichnet wirkt, stört mich persönlich nicht, sondern macht das Ganze eher noch besser. Auch die Chemie zwischen den Schauspielern ist wirklich sehr gut, was sich auch aufs Schauspiel auswirkt, vor allem Jude Law und Brie Larson sind hier zu loben. Natürlich darf man bei einem Marvelfilm nicht zu sehr auf die Handlung achten, aber selbst in diesem Bereich braucht der Film sich nicht verstecken, kann er doch mit einem wirklich guten Plottwist aufwarten und besitzt zwei Nebenfiguren (Talos und Marias Tochter Monica), die tatsächlich viele Gefühle in mir ausgelöst haben. Gewürzt wird das Ganze mit dem typischen Marvelhumor, der hier mehr in Richtung Thor: Ragnarök geht, was man zugegebenermaßen mögen muss. Dass zu diesem ganzen Wahnsinn dann noch Raumschiffkämpfe, die man so auch in Star Wars hätte zeigen können und Actionauftritte von Captain Marvel gepackt wurden, die Superman wie einen alten Mann aussehen lassen, macht den Film für mich nahezu perfekt.

 

Sandra: 9/10

Captain Marvel landet auf meiner Marvel-Hitliste sehr weit oben, vielleicht sogar auf Platz 1. Zugegebenermaßen habe ich eine Schwäche für Filme, die den Nostalgiefaktor auspacken und dieser macht das genau im richtigen Maß: Der Look ist leicht nostalgisch, es werden ein paar Witze gerissen und der Soundtrack vermittelt das 90s-Feeling, ist aber nicht so provokant wie z.B. bei Guardians of the Galaxy. Auch das Schauspiel war durchgehend überzeugend, hier ist natürlich vor allem Brie Larson hervorzuheben, aber auch Jude Law und Lashana Lynch fand ich sehr überzeugend. Dazu ist der Plot für einen Marvel-Film auch noch echt gut und ich persönlich stehe ja immer auf dieses „Your weakness is your strength“-Zeug. Generell mag ich die Originstories von Marvel viel lieber als die Avengers-Filme und es war schön, hier den Fokus auf einer (wirklich!) starken Frau zu haben, die trotzdem Emotionen haben darf. Eigentlich gibt es nur deshalb nicht volle Punktzahl, weil es mir ab und zu doch zu flach war und vor allem, weil Brie Larsons Haare einfach zu perfekt waren. Ja, das ist mein Ernst. Es hat mich tierisch genervt, endlich eine starke Heldin zu haben und dann muss sie die ganze Zeit mit offenen (unrealistisch für eine Kriegerin) und dazu auch noch perfekt gelockten Haaren herumlaufen, die diverse Kämpfe und Explosionen unbeschadet überstehen oder sich spätestens nach einmal Pusten und 30 Sekunden wieder in eine perfekte Lage bringen. Aber naja, die Mühlen der Filmindustrie mahlen langsam und trotz dieser kleinen Schwäche steht der Film im Hollywood-Vergleich eher positiv da und bietet mit Dr. Lawson und Carols Freundin Maria noch weitere starke Frauenfiguren. Langsam bekomme ich direkt wieder Lust auf Marvel-Filme, also bitte weiter so!

 

Basti: 4/10

Da dem MCU mit „Captain Marvel“ der erste Film mit weiblicher Titelrolle („…and the Wasp“ lass ich jetzt mal nicht so richtig gelten…) beigefügt wurde, hatte Marvel DIE Gelegenheit zu zeigen, dass sie auch weibliche Superheldinnen heroisch in Szene setzen können und diese nicht nur als schmückendes Plakatbeiwerk schätzen. Und alles, was ich dazu sagen kann ist: Meh…

Schon lange hab ich keinen so uninspirierten Marvel Film mehr gesehen (vielleicht sogar noch nie). Interessanter und vielschichtiger Bösewicht..? GUCK MAL! DIE FRAU KÄMPFT VOLL GUT!!! Eine Hauptfigur, deren Charakter eine Wandlung erfährt..? GUCK MAL! DIE FRAU KANN FLIEGEN!!! Unerwartete Wendungen und Momente, die einen zum Lachen, Weinen, Tanzen veranlassen..? GUCK MAL! DIE FRAU KANN LASER VERSCHIEßEN UND LEUCHTET IM DUNKELN!!! Wow…

Lichtblick ist das tolle Schauspiel von Brie Larson (als Carol Danvers aka Captain Marvel) und ihrer Leinwand-Kameradin Lashana Lynch (als Maria „Photon“ Rambeau), die in ihren wenigen ruhigen Szenen eine unglaubliche Chemie beweisen. Auch der visuelle Stil findet seine Glanzmomente. Gerade das letzte Drittel des Films schöpft mit imposanten Neonfarben und Raumschlachten das 3D ordentlich aus. Nur inhaltlich kann der Film eben nicht mithalten: „Das Leben, an das du dich erinnerst, alle Leute, die du kennst, deine Freunde, deine Werte, alles wofür du kämpfst ist gelogen!“ „Okay! Dann mach ich meinen Anzug jetzt blau!“ … Selbst der Humor zündet nicht wirklich. Zwei Leute unterhalten sich, das Gespräch ist beendet, die Kamera schwenkt auf zwei Leute, die einfach nur daneben stehen, diese gucken sich mit einem wissenden „That’s what she said“-Blick an und Schnitt! Diesen Aufbau sehen wir im Film mehrfach und erinnert irgendwie an den Humor von Schulkindern und Sketch-Comedy. Das haben wir auch im MCU schon wesentlich besser gesehen. Da ist es kein Wunder, dass neben den Plastikgesichtern von Nick Fury und Phil Coulson (beide frisch zurück aus ihrem Urlaub im Uncanny Valley) eine Katze allen die Schau stiehlt.

Ich liebe dich, Marvel! Aber je mehr ich mich auf deine Werke freue, desto enttäuschter bin ich am Ende oftmals. Deswegen denke ich, dass… BOAH KRASS!! EIN NEUER ENDGAME TRAILER!! DER WIRD SICHER HAMMERGEIL!!!! Wo war ich?

 

Hannah: 10/10 

Ich dachte ja nach dem ersten Iron Man kann es keinen besseren Marvel Film mehr geben. Ich habe mich getäuscht. Captain Marvel ist auf jeden Fall einer meiner 3 Lieblings-Marvel-Filme.
Zuerst einmal hat das Stan Lee Intro einfach perfekt gepasst und mich schon vor Beginn des Filmes zu Tränen gerührt. Auch seine Cameo war sehr passend, ein liebevolles Dankeschön für seine Arbeit.

Captain Marvel hat mich berührt, hat mich zum Lachen gebracht, mit Spannung überzeugt und eine starke Heldin nahbar gemacht. Nicht eine Minute habe ich mich gelangweilt. Die ersten Szenen war ich fast enttäuscht von Brie Larson, die Mimik war etwas eingefroren, die Heldin gleich zu stark am Anfang, doch die Oscarpreisträgerin konnte mich dann doch noch mit Menschlichkeit überzeugen. Vor allem die Szenen mit ihrer (nur?) Freundin Maria und deren Tochter erweichten mein Herz. An ihrer Seite spielten Ben Mendelsohn und Samuel L. Jackson, die die Szenen immer wieder auflockerten und meinen geliebten Marvel Humor in den Film brachten. Ich hoffe in Endgame sehen wir mehr vom entspannten, katzenliebenden Nick Fury.

Die Story finde ich solide und spannend, der Plottwist zwar vorhersehbar aber ich war trotzdem überrascht wie gut er umgesetzt wurde. Der Soundtrack überzeugte in vielen Szenen mit 90-Feeling und lockerte die für mich oft langweiligen Kampfszenen auf. Vor allem aber, zeigt Carol Danvers uns, dass wir niemandem etwas zu beweisen haben. Das war für mich ganz persönlich der schönste Moment des Films, in dem ich mich so ermächtigt gefühlt habe, nur durch ihre Worte. Wir haben niemandem zu beweisen wie stark wir sind, auch nicht dem schönen Jude Law. Danke, Brie Larson, und danke, Marvel, für einen, wie ich persönlich finde, fabelhaften Film.

 

Anni: 8/10

Hat mich überzeugt. Punkt.

Zugegeben, die ersten 20 Minuten fand ich langweilig. Der Rest des Filmes hat das aber mit gutem Schauspiel, überzeugender Bildkomposition und leuchtenden Photonenfäusten wieder wett gemacht. Vielleicht ist das so ein Gender-Ding, doch ich konnte mich mit Brie Larson als Captain Marvel identifizieren und habe ihrer Story mitgefiebert. Zwei Momente haben mich besonders begeistert: zum einen den Friendship-Moment zwischen Captain Marvel und Maria Rambeau (*heul*), zum anderen der Showdown in dem Captain Marvel ihre volle Kraft entfaltet (Yeah!). Normalerweise bin ich kein Fan von 3D, hier kamen die Effekte dadurch jedoch wirklich gut zur Geltung und haben mir unweigerlich das Gefühl gegeben, selbst zu fliegen.

Plus: es gab eine ziemlich coole Katze. Minus: die Sprüche und der Humor ließen für meinen Geschmack etwas zu wünschen übrig. Ich überlege sogar, ob dieser blau-rote Anzug mein erstes Cosplay werden sollte… Alles in allem hatte ich Spaß und gute Unterhaltung – was will man mehr?

 

So, das war’s mit den Meinungen unserer Redakteure. Welcher Meinung stimmt ihr am ehesten zu? Oder denkt ihr komplett anders?

Sandra Kalhofer

Sandra Kalhofer

Sandra liebt Sprachen und arbeitet gerne mit Kindern, deshalb studiert sie Lehramt Gymnasium mit den Fächern Englisch und Französisch. Ihre Liebe zum Schauspielern hat sie schon in der 5. Klasse entdeckt und die hat sie auch zur KultLaute-Theatergruppe gebracht. Außerdem hat Sandra scheinbar viel zu viel Zeit, deswegen macht sie auch bei allen möglichen Gruppen und Projekten mit. Für KultLaute opfert sie aber besonders gerne ihre Freizeit.

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