KinoLaute – „Logan“

Als Film- und/oder Superheldenfans konnten wir es und natürlich nicht entgehen lassen, Hugh Jackman zum Achten und womöglich letzten Mal in seiner Rolle als Wolverine in „Logan“ zu sehen. Was die jeweiligen KultLaute Kinogänger zu diesem etwas anderen X-Men Film zu sagen haben könnt ihr im Folgenden lesen.

Quelle: http://www.fox.de/logan

Maike: 8/10

„Ich sollte vielleicht voranstellen, dass ich ein großer Fan von Superheldenfilmen und im Gegensatz zu manch anderem auch ein Fan der X-Men Filme bin. Das heißt ich habe jeden der X-Men Filme mit Hugh Jackman gesehen und auch die meisten davon gemocht. Doch trotz meiner „emotionalen Bindung“ an die X-Men Charaktere, trafen bei mir einige der emotionaleren Szenen nicht ganz ihr Ziel. Ich bin aber zugegebenermaßen nicht jemand, der leicht bei Filmen weint.
Was Kampfszenen in Filmen angeht bin ich normalerweise verhältnismäßig abgehärtet, schließlich sind Actionfilme eines meiner liebsten Genres. Aber bei „Logan“ musste ich ein paar mal schlucken. Die zahlreichen Kämpfe wurden nicht beschönigt und im Gegensatz anderen Superhelden- oder Actionfilmen auch nicht blutarm dargestellt, aber auch nicht ganz so übertrieben wie in Deadpool. Das kann man natürlich gut finden, weil die Kämpfe nicht ohne Folgen und Spuren bleiben, aber manchmal war es für mich doch ein bisschen extrem.
Die Handlung des Films ist durchgehend spannend und obwohl der Film lang ist hatte er kaum Längen. Wie bei so gut wie allen X-Men Filmen ist auch dieser natürlich nicht ohne das ein oder andere Plot-Hole. Aber nichts, was mich extrem aus der Handlung gerissen hat.
Schauspielerisch ist der Film wirklich gelungen. Bei Hugh Jackman und Patrick Stewart als Logan/Wolverine und Professor Charles Xavier ist das kaum noch überraschend, aber auch Dafne Keen als Laura spielt ihre Rolle überzeugend.
„Logan“ ist anders als andere X-Men und Marvel Filme. Wie Trailer und Plakate erahnen lassen, ist der Film um einiges düsterer und stellenweise wirklich brutal, aber dennoch nicht ganz ohne Humor. Mit „Logan“ beweist Marvel, ähnlich wie DC mit der Dark Knight Batman Trilogie, dass Superheldenfilme auch ernst sein können und dürfen.“

 

Sandra: 7/10

„Insgesamt fand ich Logan cool und von der Story her sehr ansprechend. Allerdings gibt es von mir Abzug für die Kampfszenen, weil diese sehr blutrünstig waren und schon fast an einen Splatterfilm erinnert haben. Das hat mich jedes Mal aus dem Film gerissen. Ein weiterer Minuspunkt: eigentlich bin ich jemand, der bei Filmen immer heult, aber selbst bei der traurigsten Szene habe ich hier keine Träne vergossen. Ich kann zwar nicht explizit erklären, warum, aber es ist auf jeden Fall ein Zeichen, dass ich nicht wirklich mitgefühlt habe. Ein Plus bekommt der Film aber bei mir dafür, dass im Vergleich zu den X-Men-Filmen das Leben mit Rollstuhl realistischer dargestellt wird, ohne wirklich im Fokus zu stehen (ist vielleicht nur mir aufgefallen, weil mein Papa auch Rollstuhlfahrer ist). Besonders am Anfang ist mir außerdem die Musik positiv aufgefallen. Alles in allem war der Film eine schöne Abwechslung von den klassischen Superhelden-Filmen und die Darstellung der Zukunft der X-Men war interessant.“

 

Basti: 9/10

Wer hätte gedacht, dass sich die grauen Herren in Hollywood nochmal von ihrer Vorstellung von „Superheldenfilmen“ lösen können? „Logan“ kommt ganz prächtig ohne Spandex, Aliens und Laser aus und setzt ein riesiges Ausrufezeichen hinter Hugh Jackmans Wolverine. Statt verschwurbelter Zeitreisekacke (mit der wir uns seit Neustem bei den X-Men abfinden mussten) gibt es hier ein großartiges Charakterportrait. Zwar hat der Streifen nicht mehr viel mit der Story seiner Comicvorlage gemein, die Stimmung und das zentrale Thema werden aber wunderbar eingefangen. Was passiert mit einem Held, wenn die glorreichen Schlachten vorbei sind und die Realität ihn einholt? Mit „Logan“ schrauben die alten Hollywood-Hasen Hugh Jackman und Patrick Stewart die Latte für Comicverfilmungen so hoch, dass es abzuwarten gilt, ob da in nächster Zeit noch was rankommt. Die Zeit der Helden ist vorbei, es wird Zeit für Helden!

 

Sophia: 7,5/10

„Logan ist definitiv düsterer und erwachsener als alle vorangegangenen Filme aus der X-Men Reihe, und das obwohl der Film wohl eine der jüngsten Protagonistinnen hat. Der Film ist sehr düster und es kam mir alles irgendwie anstrengender vor, was wohl daran liegt dass die Probleme unserer Helden sehr nüchtern und – soweit man davon bei Menschen mit ausfahrbaren Klingen in den Händen sprechen kann – realistisch dargestellt werden. Die Leichtigkeit, die normalerweise mit bunten Lederanzügen, Supercomputern und Kampfjetmissionen einhergeht kann man hier lange suchen – überhaupt fühlt sich der Film eher wie eine Art Western oder Roadmovie an, was ich aber, nach einer kurzen Eingewöhnungszeit, erfrischend fand. Minuspunkte gibt es für mich dafür, dass die anderen Mutanten der X-Men Reihe in einem Nebensatz wegerklärt werden, denn obwohl der Grund, warum es keine Mutanten mehr gibt, ganz interessant war, fand ich das doch ein wenig dürftig. Auch die Einführung eines neuen Albino-Mutanten (ich habe die Comics nicht gelesen – also Entschuldigung falls ich gerade blasphemisch bin), der mir vorkam als hätte er nur den Zweck, zu erklären, womit Wolverine gerade zu kämpfen hat, fand ich etwas seltsam, und ich fand es schwer, zu dieser Figur, aber teilweise auch zu den anderen, eine emotionale Bindung aufbauen. Vielleicht lag das auch mit daran, dass die Szenen mitunter so blutig waren dass ich mir ein lautes Lachen verkneifen musste. Aber auch über die tatsächlich witzig gedachten Momente konnte ich mich durchaus amüsieren. 
(Nur so am Rande: Spätestens seit ‚X-Men: Days of future past‘ bin ich vollkommen überfordert, wenn es darum geht, einzelne Filme in die Gesamtgeschichte einzuordnen, was ich sehr schade finde, denn das an sich sehr interessante Universum dieser Reihe verliert dadurch an Tiefe. Und Marvel beweist ja gerade in der Avengers-Reihe und darüber hinaus, dass es durchaus in der Lage ist, eine Verknüpfung über mehrere Filme hinweg aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Dieses Kind ist jedoch schon sehr lange in den Brunnen gefallen, weswegen ich es Logan auch nicht ankreiden möchte.)
Insgesamt ein gelungenes, düster-dystopisches Finale für Hugh Jackman als Wolverine.“

 

Claude: 5/10

„Wolverine wird Altenpfleger und Kindergärtner. Klingt komisch, ist aber so.
Das ist für mich auch eine der größten Schwächen dieses Films. Charles Xavier war das kleinere der beiden Übel und hat nicht so genervt. Das Problem war die kleine Göre Laura, die den ganzen Film lang bockig ihre Wünsch durchsetzt. Das reizt nicht nur Papa Logan.
Klar, dagegen kann man argumentieren: “Claude, wie kannst du so etwas sagen? Sie hat ihre Jugend in einem Killerprogramm verbracht und alle ihre Freunde sterben sehen.” Leider hat der Film es nicht auf die Reihe gebracht, mich emotional investieren zu lassen. Das sie unter ihrer Vergangenheit leidet wurde nicht vermittelt und alle als traurig angedachten Szenen haben ihr Ziel verfehlt. Gespürt habe ich dafür bloß eine Sache: BLUTLUST!
Die Action-Sequenzen waren bombastisch und für einen Superheldenfilm ungewohnt blutig. Der Film brilliert hier und macht mit Lauras Charakter das einzig richtige: Klappe halten und die Bösen kloppen. Wolverine ist zwar mittlerweile grenzsenil, kann aber noch gut austeilen.
Der Bad Guy war marveltypisch austauschbar, aber auf dem Gebiet erhoffe ich mir schon gar nichts mehr.
Atmosphärisch ist der Film düster und ernst. Daran musste ich mich erst gewöhnen, da die meisten Superheldenfilme der letzten Jahre im Schnitt doch eher leichte Kost sind. Das musste in diesem Film jedoch letztlich so passieren, um das Blut zu rechtfertigen, und hat auch funktioniert.
Fazit: Wenn man Bock auf ein paar brutale Kampfszenen hat und nicht viel Emotion oder Tiefgang erwartet, ist der Film solide – mehr aber auch nicht.“

 

Jakob – 7/10

„Vorab: Wolverine ist mein Lieblingscharakter, meiner Lieblings-Superhelden-Truppe (den X-Men). Ich mochte dementsprechend die beiden bisherigen Wolverine-Filme: Den ersten, den gefühlt niemand mag und den zweiten, den gefühlt niemand gesehen hat. Aber letztlich muss alles mal zu Ende gehen: Jackman, der diese Rolle immer perfekt verkörpert hat, wird nicht jünger. Also besser jetzt ein gutes Ende, als ein langer Leidensweg. Zum Glück kann ich sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde: Jackman verkörpert den gealterten Wolverine – müde, desillusioniert, krank, abgefuckt – wieder einmal perfekt. Auch das Zusammenspiel des großartigen Patrick Stewart in der Rolle des mittlerweile leicht senilen Professors Xavier, ist toll und macht viel Spaß. Und auch wenn ich normalerweise über überdrehte Filmgewalt eher lachen kann, waren die Kampfszenen hier doch erstklassig, spannend und mitreißend (trotzdem hätte es ein bisschen weniger auch getan). Alles in allem ist der Quasi-Roadmovie mit seiner plastischen Darstellung des seelischen und körperlichen Schmerzes, den die Charaktere auf ihrer „long road to ruin“ durchleben müssen, allgemein wesentlich düsterer und ernster als die bisherigen Marvel-Filme. Dies schadet aber nicht und ist der Atmosphäre und der Story nur angemessen.
Womit ich auch bei den Schattenseiten wäre, wegen denen ich trotzdem nicht von einem „guten“ Film sprechen kann: Das Schauspiel und die Emotionalität gegenüber den Charakteren können die Story nicht retten, die leider ziemlich vorhersehbar und teilweise in sich nicht glaubhaft ist. Hier werden Dinge durchgenudelt, die es schon hundertausend mal gab. Ach ja…Antagonisten gab es ja auch, die sind so generisch und austauschbar, dass ich sie gerade wirklich vergessen hatte. Hätte man die Story stärker an den Comic „Old man Logan“ angelehnt – der übrigens sehr empfehlenswert ist – wäre das Ganze an vielleicht noch gelungener geworden. Was man der Story dennoch zu Gute halten kann, ist, dass sie einige offene Fragen lässt, die den Zuschauer zum Weiterspinnen der Story einladen (und natürlich Raum für hunderttausend Sequels und Prequels bieten).
Alles in allem jedoch ein gutes Ende – mit Gänsehaut- und Tränenpotential hie und da – für den Vielfraß (Verwirrt? – Schaut mal nach was „Wolverine“ auf Deutsch heißt), bzw. für Jackmans Vielfraß-Karriere. Bestimmt einer der besten Superhelden-Filme und der beste Wolverine-Film.“

 

Ein abschließender Kommentar für die Marvel-Fans unter euch:
Es gibt wirklich keine post-Credit Szene nach „Logan“. Versprochen. Wir haben bis zum Ende gewartet.

Quelle: http://www.fox.de/logan

Maike Kölpin

Maike Kölpin

Maike (26) hat im Master Staatswissenschaften und Internationale Beziehungen studiert. Neben dem Studium begeistert sie sich für alles was mit Gesang, Musik, Schauspiel oder Superhelden zu tun hat und lässt andere gerne an ihrer Begeisterung teilhaben.

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