„Magic Cleaning“ – eine Aufräummethode von Marie Kondo

„Hier, nimm das mal mit nach Hause!“ Und Schwupps hatte mir meine Mutter ein Buch über das Aufräumen aufgeschwatzt: Magic Cleaning – Wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert von Marie Kondo. Zunächst einmal war ich skeptisch. „Wie soll aufräumen mein Leben verändern?“ Aber am Ende siegte die Neugierde über meine Skepsis und ich habe das Magic Cleaning bzw. die KonMari-Methode, wie es auch genannt wird, selbst ausprobiert. Im Folgenden werde ich euch diese Aufräummethode ein wenig näherbringen, von meinen eigenen Erfahrungen berichten und vielleicht den ein oder anderen neugierig auf die KonMarie-Methode machen.

Als ich in den Semesterferien zu Hause bei meinen Eltern war, hatte meine Mutter gerade angefangen, mit Hilfe der KonMari-Methode aufzuräumen und schwärmte richtig davon. Ich hatte bereits von der Netflix-Serie Aufräumen mit Marie Kondo gehört, in der die japanische „Ordnungsberaterin“ in den USA zu Leuten nach Hause geht und ihnen hilft aufzuräumen. Jedoch hatte ich mich bis dahin nicht näher damit beschäftigt. Bis zu dem Augenblick, als ich meiner Mutter dabei zuschaute, wie sie sich mit Spaß und Motivation ans Aufräumen machte. Was hatte es mit dieser KonMari-Methode auf sich? Ich begann, die Serie zu schauen, anschließend las ich das Buch und schlussendlich versuchte ich die Methode selbst. 

Ein Ziel formulieren

Der erste Schritt der Methode beginnt bereits vor dem Aufräumen: Ich sollte mir laut Kondo zunächst die Frage stellen, was ich mit dem Aufräumen für mein Leben erreichen möchte. Wenn man sich klare Vorstellungen macht, wie man sein Leben gestalten will und was die eigenen Prioritäten im Leben sind, dann geht das Aufräumen viel leichter, beschreibt Kondo in ihrem Buch. Ich habe mir vorgenommen, dass ich durch mein aufgeräumtes Zimmer wieder mehr Kreativität in mein Leben bringen möchte. Ich liebe es, mich handwerklich zu betätigen – sei es stricken oder nähen. Jedoch waren meine ganzen Materialien im Zimmer verstreut und unübersichtlich verstaut, sodass ich keinen Überblick mehr hatte und unfertige Projekte in dem Chaos verloren gingen. Das wollte ich in Zukunft ändern.

Das Aufräumen

Nachdem ich mir ein Ziel gesetzt hatte, ging es ans Aufräumen. Ein wichtiger Unterschied hierbei ist es, nicht nach Räumen aufzuräumen, wie ich es üblicherweise gemacht habe, sondern nach Kategorien. Das bedeutet, dass ich alle Dinge an einem Fleck versammeln musste, die einer bestimmten Kategorie entsprechen. So habe ich beispielsweise meine ganze Kleidung auf mein Bett gelegt.

Durch diesen Schritt sieht man schnell, falls sich Dinge doppeln, und man hat einen guten Überblick über die Menge an Sachen, die man besitzt (manche werden vielleicht überrascht sein, wie viel sie doch haben). 

Weiter ging es mit dem Aussortieren. Innerhalb einer Kategorie wird vor allem nach folgendem Prinzip aussortiert: „Does the item spark joy for you?“ („Löst der Gegenstand ein Glücksgefühl bei dir aus?“) Dabei musste ich jeden Gegenstand einzeln in die Hand nehmen und nachspüren, ob diese Sache ein Glücksgefühl in mir hervorruft. Denn ab sofort durfte ich nur noch Sachen behalten, die mich erfüllen und glücklich machen.

Nachdem mein ganzer Kleiderhaufen aussortiert war, musste ich alles nach Unterkategorien in meinem Schrank einräumen. Die KonMari-Methode weist einen an, die Kleidung so zu falten, dass sie von selbst aufrecht steht.

Ich sortierte meine Kleidung dann aufrechtstehend nebeneinander in meinen Schubladen ein, sodass ich einen Überblick über alles habe. Diese Technik soll auch dabei helfen, dass die Kleidung nicht so sehr knittert, wie wenn sie gestapelt ist und Druck von oben auf die Kleidung einwirkt. Die Socken werden bei der Methode von Marie Kondo nicht mehr zu Bällchen geformt, so wie ich es immer gern getan habe. Das leiert den Gummizug schneller aus. Sie werden gefaltet und in der Schublade aufgereiht. Hier ist meine Sockenschublade, bei der ich schon ein bisschen stolz bin, wie organisiert sie doch aussieht (selbst nach über einem Monat):

Nach der Kategorie „Kleidung“ folgen Bücher, Papier, Kleinkram und ganz am Ende die Erinnerungsstücke. In jeder Kategorie können meist wieder Unterkategorien gebildet werden. Jeder Gegenstand, der bleibt, bekommt nach dem Aussortieren eine eigene „Adresse“, wie Kondo so schön sagt. Denn wenn jedes Ding einen festen Ort zugewiesenen bekommt, an dem er nach Gebrauch wieder hingebracht wird, minimiert sich das Aufräumen ungemein.

Und nicht vergessen: es wird nur das behalten, was einen glücklich macht! Wenn man sich mit dem Glücksgefühl schwertut, kann man sich auch die Frage stellen, ob dieser Gegenstand Teil der Zukunft sein soll, die man für sich sieht. Und wenn man immer noch Schwierigkeiten hat loszulassen, sollte man sich der Gründe bewusst werden und Selbstreflexion betreiben. Können wir uns von Dingen nicht trennen, weil wir Zukunftsängste haben, zu sehr in der Vergangenheit leben oder von Schuldgefühlen geplagt sind? Wenn man das realisiert, wird es einfacher, sich dem Ziel dieser Aufräummethode anzunähern: sich nur noch mit den Gegenständen zu umgeben, die einen glücklich machen – eine schöne Art zu leben, in meinen Augen.

Die aussortierten Sachen

Nach dem radikalen Aussortieren (man sollte es nicht zu lang vor sich hinschieben), hat man nun viele Tüten voll mit Dingen, die einen nicht mehr glücklich machen. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass jemand anderes daran keine Freude haben kann. Bis auf wenige Ausnahmen können die aussortierten Sachen nun beispielsweise an einen Second-Hand Laden gespendet oder auf Flohmärkten verkauft werden, die immer mal wieder in Passau stattfinden. Oder man kann, wie in meinem Fall, mit seinen FreundInnen eine Kleidertausch-Party veranstalten und einen schönen Nachmittag damit verbringen, durch die Sachen der anderen zu stöbern.

Dieser Austausch untereinander ist neben dem Spaßfaktor auch eine nachhaltige Alternative gegenüber einer Shoppingtour im Einkaufszentrum. Wer  jetzt schon Lust bekommen hat und sich für Nachhaltigkeit interessiert, kann diesen Mittwoch (12.06.) im Zeughaus zu der Veranstaltung „Kleidertausch statt Konsumrausch“ gehen, die von der Hochschulgruppe WinD Passau und dem Jugendzentrum Zeughaus Passau organisiert wird. 

Mein Fazit

Ich habe mich bei der Methode nicht streng an alle Schritte aus dem Buch gehalten (ich bin noch nicht so weit, mit meinen Sachen zu sprechen, aber wenn das für euch etwas ist, nur zu). Aber ich habe die Grundtechniken befolgt und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich habe verstanden, warum meine Mutter so begeistert beim Aufräumen aussah. Allein die Vorstellung, mit einer neuen Herangehensweise aufzuräumen, hat mir Motivation gegeben. Die Idee, mich nur noch mit Sachen zu umgeben, die mich glücklich machen, finde ich zudem sehr schön. Außerdem hat mich dieser Aufräumprozess über mein Konsumverhalten nachdenken lassen und ich werde in Zukunft mehr darauf achten, nicht willkürlich Dinge zu kaufen.

Mein zuvor gesetztes Ziel habe ich erreicht. Meine ganzen Materialien für das Stricken und Häkeln befinden sich endlich an einem Ort. Ich plane bereits neue Projekte und bin froh, dass ich endlich eine Ordnung in mein Chaos gebracht habe. Ob die Ordnung bleiben wird, ist noch nicht vorauszusehen, aber ich habe durch die KonMari-Methode erkannt, dass ich lange aus Unsicherheit und Angst an Dingen festgehalten habe. Aber es beginnt für mich gerade ein neuer Lebensabschnitt und ich möchte viel selbstbewusster und glücklicher in meine Zukunft starten. 

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich an der KonMari-Methode auszuprobieren, dem empfehle ich, das Buch zu lesen, da es viele Hintergrundinformationen liefert und genauer auf die Aufräummethoden eingeht. 

Sara Pretterhofer

Sara Pretterhofer

Nachdem Sara ihr erstes Studium abgebrochen hatte, ging es für sie nach Passau, um Kulturwirtschaft zu studieren. Wie durch Zufall ist sie zum Theaterspielen gekommen und liebt es seitdem auf der Bühne zu stehen. Neben dem Studium und dem Theater versucht Sara noch ein paar Hobbys zu haben. Sie strickt und näht gerne und versucht sich stets an neuen handarbeitlichen Projekten.

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