Phantastische Tierwesen und wie wir es fanden

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Quelle: www.cinemaxx.de

Lange haben Harry-Potter-Fans ihm entgegengefiebert und seit Donnerstag läuft das Harry-Potter-Spin-Off „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ endlich im Kino. Maike, Sophia und ich haben den Film zusammen geschaut und natürlich auch fleißig darüber diskutiert, das Ergebnis findet ihr hier. Für alle, die den Film noch nicht gesehen haben, gibt es erst einmal ein paar allgemeine Informationen, weil wir euch natürlich nichts vorwegnehmen wollen. Alle, die den Film schon kennen (oder denen Spoiler egal sind) können auch getrost weiter nach unten scrollen, wo ich dann mehr ins Detail gehe.

Wenn die Harry-Potter-Melodie angespielt wird und der Film endlich anfängt, fühlt es sich ein bisschen an, wie nach Hause kommen. Ein Zuhause mit ein paar neuen Möbeln (und vielen neuen Haustieren), aber dennoch wie ein Zuhause. Zwar hat Phantastische Tierwesen außer ein paar kleinen Anspielungen nicht viel mit der Handlung der Harry-Potter-Filme und -Bücher zu tun, was er aber mit ihnen gemein hat, ist die Magie. Damit meine ich nicht nur die Zaubererwelt (das natürlich auch), sondern eher, wie der Film einen verzaubert, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass J.K. Rowling das Drehbuch geschrieben hat und einige, die schon an den Harry-Potter-Filmen mitgearbeitet haben, auch bei diesem Film dabei sind. Phantastische Tierwesen richtet sich auch eindeutig an die erwachsen gewordene Generation Harry Potter. Dennoch würde ich ihn unbedingt auch Kinogängern empfehlen, die Harry Potter nicht gesehen haben, da der Film ohne Vorwissen geschaut werden kann und auch deutlich erwachsener ist als zumindest die ersten Harry-Potter-Filme. Dementsprechend sehe ich die Altersfreigabe (FSK 6) etwas kritisch, da es doch einige düstere Szenen gibt, die ich einem Kind nicht unbedingt zumuten würde. Falls ihr aber einen Kinoabend mit Erwachsenen plant, würden wir euch Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ohne Zögern empfehlen, es ist ein unterhaltsamer Film mit liebenswerten Charakteren und wird euch hoffentlich genauso verzaubern wie uns.

Ohne zu viel zu verraten, lässt sich zum Film auf jeden Fall noch sagen, dass die schauspielerische Leistung großartig ist. Besonders hervorzuheben sind hier Eddie Redmayne in der Rolle des introvertierten, aber passionierten Magizoologen Newt Scamander, den man sofort ins Herz schließt, und Colin Farrell, der einem als charismatischer Auror Percival Graves abwechselnd Sympathie abringt und dann wieder einen Schauder über den Rücken laufen lässt. Auch die magischen Geschöpfe sollten an dieser Stelle nicht vergessen werden: diese sind nicht nur gut animiert, sondern haben auch eigene Persönlichkeiten, wobei die Bandbreite von frech und süß bis majestätisch reicht. Wer Harry Potter gelesen hat, dem kommt sicher auch das eine oder andere Wesen bekannt vor. Ein weiteres Highlight war für mich auch das Szenenbild und das 20er-Jahre-Feeling, das beispielsweise bei einer Szene in einer Mondscheinkneipe sehr gut zum Ausdruck kommt. Wovon ich persönlich allerdings abraten würde, ist, den Film in 3D zu sehen, da es so einige Unschärfen gab. Ich habe den Film auch in 2D OV gesehen und würde euch das empfehlen (er ist übrigens auch beim zweiten Mal noch gut).

Etwas kritisch ist die Darstellung der Frauen im Film zu sehen. Zwar gibt es ausreichend gute weibliche Figuren (immerhin hat der Magische Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika sogar eine weibliche Präsidentin), allerdings wird die Handlung weitestgehend von den Männern getragen. Maike, Sophia und ich mussten auch lange überlegen, ob der Film überhaupt den berühmt-berüchtigten Bechdel-Test besteht, da die weiblichen Figuren kaum untereinander Gespräche führen. Das ist ein bisschen schade, da es ja zum Beispiel gerade bei den Schwestern Tina und Queenie sehr realistisch wäre, wenn sie sich auch einmal alleine unterhalten.  Damit gehen wir jetzt aber auch schon ein bisschen tiefer in die Diskussion über den Film. Wer also noch nicht im Kino war, sollte das schleunigst nachholen und danach erst weiterlesen.

 

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Nachdem ihr hier weiterlest, dürft ihr euch vermutlich glücklich schätzen und habt den Film schon gesehen. Das setze ich zumindest voraus, weil es jetzt um Details aus dem Film geht.

Einer der größten Kritikpunkte am Film ist meiner Meinung nach, dass es an Zusammenhängen beziehungsweise Hintergrundgeschichten fehlt, besonders in Bezug auf die amerikanische Zauberergesellschaft und die Second Salemers. Hier hätte zum Beispiel eine Geschichte, die erklärt, warum die Anführerin der Second Salemers Zauberer so hasst und woher sie überhaupt von ihrer Existenz weiß, noch gefehlt. Auch was die Situation der Zauberer in den USA betrifft, wird man etwas ins kalte Wasser geworfen. Dies hätte man leicht lösen können durch eine kurze Erklärung an Newt, der ja aus Großbritannien kommt, oder an Jacob, der ja sowieso nichts über die Zaubererwelt weiß. Zuerst hatte ich noch die Hoffnung, dass dies in den Fortsetzungen noch thematisiert wird, was es in meinen Augen entschuldbar gemacht hätte, im ersten Teil nicht zu sehr darauf einzugehen. Nachdem es aber mittlerweile heißt, dass der zweite Teil in Frankreich spielen soll, stört es mich doch. Ich hoffe, dass die französische Zauberergesellschaft doch ein bisschen genauer dargestellt wird.

Ein weiterer Kritikpunkt, bei dem ich auf die Fortsetzungen hoffe, ist die Beziehung zwischen Newt und Tina. Diese war zwar nicht direkt unglaubwürdig, aber doch ein wenig überflüssig. Obwohl Tina ihn und seine Tierwesen ausliefert, verliebt sich Newt ohne große Umstände in sie. So hat man zwei Paare, was die bereits oben kritisierte Rolle der Frauen auch nicht besser macht. Die Abschiedsszene zwischen Newt und Tina fand ich allerdings sehr süß und auch glaubwürdig, was bestimmt auch an Eddie Redmaynes überzeugendem schüchtern-verliebten Blick liegt. In diesem Zusammenhang muss ich auch noch auf Redmaynes herausragendes Spiel eingehen, wenn Newt seine magischen Geschöpfe pflegt. Er schafft es, den Zuschauer wirklich von Newts Liebe für die Tierwesen und seinem leidenschaftlichen Einsatz für ihren Schutz zu überzeugen. Wenn Newt sich die Augen tupft, weil er seinen Bowtruckle an den kriminellen Kobold übergeben musste, will man direkt auch eine Träne vergießen.

Um den Rahmen dieses Eintrags nicht zu sprengen, möchte ich jetzt nur noch auf einen letzten Punkt eingehen: Johnny Depp als Grindelwald. Hier gehen die Meinungen auseinander, jedoch waren Maike, Sophia und ich uns einig, dass wir nicht gerade begeistert von dieser Wahl sind. Ich hatte mir Grindelwald (zumindest äußerlich) deutlich jünger vorgestellt, worüber sich ja noch streiten lässt, weil wir nichts Genaues über das Altern als Zauberer wissen. Allerdings altern Zauberer ja anscheinend eher langsamer und selbst unter normalen Bedingungen wäre Grindelwald zum Zeitpunkt des Films erst in seinen frühen Vierzigern, während Depp mittlerweile auch schon 53 ist. Davon aber ganz abgesehen fällt es mir einfach schwer, mir Johnny Depp als Grindelwald vorzustellen, und ich habe ein wenig Angst, dass Grindelwald als verrückter Hutmacher endet. Natürlich hat Depp auch schon ganz andere Rollen gespielt und ich hoffe wirklich, mich in den Sequels von ihm überzeugen zu lassen. Ich hoffe auch, dass sie seine Frisur dann ändern, diese grenzt nämlich wirklich schon ans Lächerliche. Insgesamt ist der Film aber trotz einiger Kritikpunkte, wie es sie eigentlich bei jedem Film gibt, absolut zauberhaft! Nachdem ich leider nicht über alle Aspekte des Films schreiben kann, bin ich hiermit am Ende. Ihr könnt aber natürlich eure Meinung zum Film in den Kommentaren kundtun. Hat euch der Film gefallen? Ist euch noch etwas Anderes aufgefallen als uns? Was haltet ihr von Johnny Depp als Grindelwald?

Sandra

Sandra

Sandra hat ihre Liebe zum Schauspielern hat sie schon in der 5. Klasse entdeckt und die hat sie auch zur KultLaute-Theatergruppe gebracht. Mittlerweile ist daraus noch mehr geworden und egal, was sonst so ansteht, für KultLaute opfert sie besonders gerne ihre Freizeit.

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