Rutschen, schwitzen, treiben lassen – KultLaute in der Therme Erding

Klausurenphase, Examen und Theaterwoche – nach all dem Stress haben sich Sandra, Andi, Basti und Anni eine Auszeit in der berühmten Therme Erding gegönnt. Ein Erlebnisbericht.

Von der Therme in Erding hatte selbst ich in Norddeutschland schon viel gehört, immerhin ist sie die größte in ganz Deutschland und die zweitgrößte in Europa (nur übertroffen von einer Therme in Bukarest). Sie verspricht alles, was das Wellness-Herz begehrt und mehr. Über 30 thematische Saunen, zahlreiche angenehm temperierte Becken mit heilsamen Thermalwasser, Cocktails an der Poolbar und ein Rutschenparadies ohne Gleichen. Meine Erwartungen waren hoch.

Wir haben uns für unseren Besuch einen Tag unter der Woche ausgesucht, in der Hoffnung, möglichst wenig andere Gäste zu treffen. Die Öffnungszeiten sind großzügig: unter der Woche von 10 bis 23 Uhr, am Wochenende, an Feiertagen und in den Ferien sogar schon ab 9 Uhr. Das Auto haben wir in dem riesigen (kostenfreien!) Parkhaus abgestellt und festgestellt, dass Leute von nah und fern angereist sind. Kennzeichen aus ganz Deutschland, Österreich und vereinzelt aus noch weiteren Ländern. Der Einzugkreis scheint groß zu sein. Groß ist sowieso das Stichwort, um die Therme Erding zu beschreiben. Alles, aber wirklich alles hier ist für eine riesige Besucherzahl ausgelegt. Groß ist leider auch der Eintrittspreis… wenn man alle Bereich nutzen möchte, zahlt man als Erwachsener einen stolzen Tagespreis von 41 Euro, am Wochenende und an Feiertagen sogar 4 Euro Aufpreis. Glücklicherweise hatten wir einen Rabattcoupon.

Nach dem gewöhnlichen Umkleiden- und Duschbereich betritt man das El Dorado der Entspannung, die Therme. Nicht zu verwechseln mit der VitalTherme. Nicht zu verwechseln mit der VitalOase. Was?! Erster Minuspunkt ist die verwirrende Namensgebung. Die überall ausliegenden Übersichtspläne, die an einen Freizeitpark erinnern, schaffen Abhilfe. Ein erster Überblick offenbart 3 große Bereiche in dem ganzen Komplex.

Therme (Hauptbereich): Allein dieser Teil ist so umfangreich wie eine normale Therme insgesamt. Es gibt ein Hauptbecken mit Strömungskanal, Düsen und einer „Höhle“, in die man hineinschwimmen kann. Die Grotte ist videoüberwacht. (Man kann sich schon denken warum ;)). Dazu gibt es mehrere Sprudelbecken mit verschiedenen Temperaturen und Mineralien, in denen man herrlich entspannen kann. Nebenan werden alle paar Stunden kostenlos Masken und Peelings ausgegeben, was von den Besuchern, uns eingeschlossen, sehr positiv aufgenommen wurde.

Doch damit nicht genug! Um den Familien mit Kindern ordentlich etwas bieten zu können, gibt es das „Galaxy Erding“, ein Paradies aus 27 Rutschen mit aufsteigendem Schwierigkeitslevel. Leider kann ich zu den Rutschen nicht allzu viel sagen, denn wir mussten, zu meiner Überraschung, wie vor der Achterbahn im Freizeitpark anstehen. Ein Minuspunkt in meinen Augen, denn eine halbe Stunde warten im nassen Bikini, nur um ein paar Sekunden zu rutschen… naja…

Viel cooler fand ich das angrenzende Wellenbad. Schnell ein paar Poolnudeln geschnappt und ab in die bis zu 2 Meter hohen Wellen!

 

VitalOase: Wer dem Lärm planschender Kinder entgehen möchte, aber nicht unbedingt nackt in die Sauna will, ist hier richtig. An der Kasse erhält jeder Besucher ein elektronisches Armband, mit dem das Drehkreuz passiert werden kann – allerdings erst ab 16 Jahren.

Ansonsten ist dieser Bereich dem ersten sehr ähnlich. Zusätzlich gibt es 4 Textilsaunen und weitere Bäder, die mit Mineralien angereichert sind. Besonders gefallen hat mir die Regenwaldimitation: ein Dampfbad mit periodisch steigender Luftfeuchtigkeit und anschließendem „Regen“. Die Mineralienbäder fand ich eher mäßig. Das Solebad hat tierisch gebrannt und ich musste direkt wieder raus aus dem Becken. Im Calcium- und Selenbad und im Schwefeltopf haben eher ältere Herrschaften gebadet, deren abgestorbene Hautflöckchen dann im Wasser trieben. Sicher gut für die Gesundheit, aber nicht so appetitlich…

 

VitalTherme: Achtung! Hier beginnt der textilfreie Bereich und die eigentliche Attraktion. 13 Aufguss-Saunen und 9 Aktions-Saunen, dazu römische Bäder und Dampfbäder warten auf die Badegäste. Bevor wir uns zum Schwitzen zurückgezogen haben, haben wir einen Rundgang gemacht und nicht schlecht gestaunt. Hier wurde ordentlich Geld in die Hand genommen. Der Innenbereich überzeugt mit zahlreichen thematischen Ruhezonen (der mauretanische Ruhetempel mit Weihrauch hat mir persönlich am Besten gefallen), einem leckeren kulinarischen Angebot und natürlich einer Vielzahl an Saunen! Ob Salzgrotte, Citrussauna oder Alpenstadl – hier findet jeder das Passende für sich. Für die Damen gibt es zudem einen „Ladies only“-Bereich, für die Herren eine Weißbier-Sauna, in der tatsächlich kostenlos Erdinger Weißbier ausgeschenkt wird. Der Knüller war für mich die Brotback-Sauna: in regelmäßigen Abständen kann man sich hier Brötchen abholen, die im Saunaofen gebacken werden. Der ebenso große Außenbereich besticht durch einen künstlichen See mit dazu passender See-Sauna und weiteren Angeboten, wie Aufguss-Zeremonien und Meditationen. Allgemein herrscht überall eine stimmige, angenehme Atmosphäre. Ein gelungenes Gesamtkonzept!

Besonders begeistert haben mich außerdem die Wasserfälle zum Abkühlen, von denen es gleich zwei gibt. Eine Installation sieht aus wie ein überdimensionaler Strauß Tulpen aus denen Wasser läuft, die andere ist einer natürlichen Felsformation mit mehreren Wasserfällen und Nischen nachempfunden.

Wir waren uns am Ende einig: es war ein lohnenswerter Besuch in der Therme Erding. Die Preise sind zwar satt, das Angebot dafür aber auch. Nicht zu vergessen: es wird ständig erweitert. In nicht allzu ferner Zukunft werden wir sicherlich wiederkommen und den neusten Trend der Entspannungskultur ausprobieren.

Anni Exner

Anni Exner

Die Anni kam für den Bachelor Kulturwirtschaft nach Passau - nur um dann zu merken, dass sie Wirtschaft langweilig findet. Jetzt studiert sie Staatswissenschaften und strebt eine Karriere als revolutionäre Politikerin an. Nebenbei spielt sie leidenschaftlich gern Theater, macht Kampfsport und unterhält ihr Umfeld mit dem "Anni-Faktor".

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