Schatzkiste: Die Unicorn und der Aufstand der Elfen

In unserer neuesten Ausgabe der “Schatzkiste” stellen wir euch einen wirklichen Nischen-Film vor. Umso überraschender ist es eigentlich, dass mit Maike und Sandra gleich zwei KultLaute-Redakteurinnen absolute Fans von “Die Unicorn und der Aufstand der Elfen” sind. Der fürs Fernsehen produzierte Zweiteiler wurde 2001 erstmalig ausgestrahlt und basiert auf dem Buch “Die Reise der Basset” von James C. Christensen.

Quelle: themoviedb.org

Wie findet man so einen Schatz?

Sandra: Ich dürfte etwa 10 gewesen sein, als ich den Film das erste Mal im Fernsehen gesehen habe – ganz altmodisch quasi. Er hat mich sofort begeistert und ich habe ihn mir wieder und wieder angeschaut. Der einzige, mit dem ich diese Begeisterung teilen konnte, war eigentlich mein Bruder – bis ich zufällig in einem Gespräch mit Maike auf den Film gekommen bin. Auf Netflix sucht man leider vergeblich nach diesem Schatz, aber zumindest gibt es eine DVD zu kaufen.

Maike: Ich weiß nicht mehr genau, wann ich den Film das erste Mal gesehen habe, aber wie bei Sandra war es im Fernsehen. Ich war vermutlich ca. 12 Jahre alt, Fernsehen und vor allem Filme waren noch eher etwas besonderes für mich und ich befand mich in meiner absoluten Fantasy-Bücher Phase, in der ich alles verschlang was mit Phantasiewelten und Magie zu tun hatte (von der unendlichen Geschichte, Narnia und Harry Potter bis hin zu griechischen Mythen). Damit traf der Film genau mein Beuteschema und ich war absolut hingerissen. Dann habe ich den Film sehr lange nicht wieder gesehen, bis ich mit meinem ersten Laptop darauf gestoßen bin, dass man gelegentlich auf YouTube auch Filme finden kann … Aber so manche Szene ist mir immer im Gedächtnis geblieben.

 

Worum geht es?

Der Mythologieprofessor Alan Aisling hat vor Kurzem seine Frau verloren. Seine beiden Töchter – Cassie und ihre ältere Schwester Miranda – haben den Verlust nicht allzu gut verkraftet. Cassie verliert sich in Tagträumen über die Zeichnungen ihrer Mutter und Miranda zeigt ihre Frustration durch Zynismus. Eines Abends werden sie plötzlich von Trollen angegriffen, können ihnen aber entkommen, indem sie mit einem mysteriösen Schiff fliehen – der “Unicorn”, die sie in eine magische Welt transportiert. Dort erfahren sie, dass sie Gegenstand einer Prophezeiung sind, und begeben sich durch Irrungen und Wirrungen auf die Suche nach dem Drachen. Bei ihren Abenteuern lernen sie, wie wichtig es ist, an etwas zu glauben.

Quelle: imdb.de

 

Was macht “Die Unicorn und der Aufstand der Elfen” zu einem Schatz?

Zunächst müssen wir zugeben, dass wir uns bewusst sind, dass “Die Unicorn und der Aufstand der Elfen” aus unserer Perspektive von einer ordentlichen Ladung Nostalgie profitiert. Der Film ist ein Fernsehfilm von 2001 und gelegentlich muss man daher über Schwächen bei den Special Effects und der Maske hinwegsehen. Und natürlich hat man die ein oder andere Plotline schon anderswo gesehen. Die Schauspieler sind zwar in Ordnung, aber auch nicht überragend, schauspielerisch wird der Film klar getragen von dem einzigen ein wenig bekannteren Schauspieler Beau Bridges, der Professor Aisling spielt. Auch hier muss man sich aber ins Gedächtnis rufen, dass es eben nur ein Fernsehfilm und kein Hollywood-Blockbuster ist (was wiederum auch keine Garantie für besseres Schauspiel wäre). Ein kleines Fragezeichen hinterlässt auch die deutsche Übersetzung des englischen Titels “Voyage of the Unicorn”, da in dem Film weit und breit kein Aufstand der Elfen zu sehen ist.

Aber der Film hat trotzdem seinen ganz eigenen Charme und neben wirklich berührenden Handlungssträngen auch Charaktere, die für einen Film seines Genres erstaunlich mehrdimensional sind. So werden zum Beispiel die beiden Schwestern erfrischend realistisch dargestellt, besonders für einen Fernsehfilm von 2001. Sie sind weder die absolut perfekten kämpferischen Heldinnen noch hilflose, nur “mädchenhafte” Mädchen. Sie können sich ebenso über schöne Kleider freuen wie gegen Trolle kämpfen. Besonders Miranda entwickelt sich im Laufe des Films zu einer mutigen jungen Frau.

Quelle: imdb.com

Mit seinen vielen sehr unterschiedlichen Stationen und Charakteren, unter anderem aus der griechischen Mythologie, ist die Reise auf der Unicorn eine abwechslungsreiche kleine Odyssee durch das Land der Phantasie. Vor allem die ersten Eindrücke vom Innenraum der Unicorn (It’s bigger on the inside!) und die Handlung um die verfluchte Medusa sind Szenen, die uns noch heute ein Lächeln ins Gesicht oder gar die ein oder andere Träne ins Auge zaubern … Auch der Spruch “Credendo Vides”, der in dem Film einen wichtigen Stellenwert einnimmt, hat uns als Kinder nachhaltig beeindruckt. Wir fänden es beide schön, den Film mit unseren zukünftigen Kindern zu schauen.

Die Medusa – Quelle: imdb.com

Fazit: “Die Unicorn und der Aufstand der Elfen” ist ein richtiger Familien- und Wohlfühlfilm, der zum Glauben an die Phantasie aufruft.

 

Sandra Kalhofer

Sandra Kalhofer

Sandra liebt Sprachen und arbeitet gerne mit Kindern, deshalb studiert sie Lehramt Gymnasium mit den Fächern Englisch und Französisch. Ihre Liebe zum Schauspielern hat sie schon in der 5. Klasse entdeckt und die hat sie auch zur KultLaute-Theatergruppe gebracht. Außerdem hat Sandra scheinbar viel zu viel Zeit, deswegen macht sie auch bei allen möglichen Gruppen und Projekten mit. Für KultLaute opfert sie aber besonders gerne ihre Freizeit.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.