Schatzkiste: Gravity Falls

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Spätestens seit dem enormen Erfolg von Rick&Morty im Jahr 2013 und den darauf folgenden von Netflix produzierten Serien Bojack Horseman (2014) und Big Mouth (2017) sind Zeichentrickserien wieder im Mainstream angekommen. Doch gab es bereits 2012 eine Serie dieses Genres, die leider viel zu wenig Hype abbekommen hat: Gravity Fallsvon Alex Hirsch.

Wie findet man so einen Schatz?

Zum einen erfreut sich Gravity Falls einer treuen Fanbase, die durch Memes, Videos und Fanfiction die Serie verbreiten. Zum anderen ist sie seit kurzem auf Netflix. So stolpert man in meinem nerdy Teil des Internets früher oder später unweigerlich über diese Serie.

Worum geht es?

Auf den ersten Blick wirkt Gravity Falls zugegebenermaßen aber auch nicht wirklich außergewöhnlich. Nicht nur wurde diese Serie von Disney produziert und irgendwann nachmittags auf dem Disney Channel zwischen anderen banalen Kinder- und Teenie-Serien ausgestrahlt, auch der Plot wirkt zunächst einmal nicht besonders fesselnd.  Die 12-jährigen Zwillinge Dipper und Mabel werden von ihren Eltern nach Gravity Falls, einem Ort irgendwo in Oregon geschickt, damit sie dort bei ihrem griesgrämigen „Gruncle Stan“ die Sommerferien verbringen können. Zusätzlich möchte ich hier noch erwähnen, dass die deutsche Version sowohl durch ihre Übersetzung als auch ihre Synchronsprecher einiges an Flair einbüßt.

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Was macht Gravity Falls zu einem Schatz?

Ein Schatz ist Gravity Falls deshalb, weil es hier mit den Klischees aufhört. In Gravity Falls regiert nämlich das Übernatürliche. Gravity Falls ähnelt einer wunderschönen Mischung aus The Spiderwick Chronicles und Supernatural: Dipper versucht mithilfe eines mysteriösen, von ihm irgendwo auf dem Dachboden des Mystery Shacks (das von seinem Onkel betriebene Gruselkabinett) gefundenen Buchs, die diversen Geheimnisse von Gravity Falls aufzudecken.

Eine von sehr vielen gezeigten Seiten des Tagebuchs. Quelle: https://www.amazon.de/Gravity-Falls-Journal-Alex-Hirsch/dp/1484746694

Hilfe erhält er hierbei nicht nur von seiner fabulösen Schwester Mabel, sondern auch von diversen Nebencharakteren, die alle durch ihren Charme und (vor allem für eine relativ kurze Serie) gut entwickelten Background brillieren. So ärgert sich die Bande mit Gnomen herum, bekämpft riesige Waldkreaturen, diskutiert mit Einhörnern und hat sogar Auseinandersetzungen mit lovecraftartigen Wesen aus anderen Dimensionen. Bei der Serie merkt man einfach von Anfang an, dass jede Folge unglaublich gut durchdacht wurde. Jede Episode (Dauer: circa 22 min) ist in sich abgeschlossen, trägt aber auch einen signifikanten Teil zum Gesamtplot bei. Dies gelingt dem dem Entwickler Alex Hirsch vor allem dadurch, dass die Serie von Anfang an auf zwei Staffeln, nicht weniger und (leider leider) nicht mehr konzipiert wurde. So traurig das auch für mich ist, so gut tut das auch dem Pacing und dem Ablauf der Serie. Des Weiteren schafft es jede Folge, sowohl für Kinder der „theoretischen“ Zielgruppe, also ca. Zwölfjährige, aber auch für unsere Generation an Nerds unterhaltend zu sein. Eins meiner persönlichen Highlights ist zum Beispiel die Episode „Dungeons, Dungeons, and More Dungeons.“ Während sich das Disney-Channel-Publikum an den phantastischen Fantasy-Helden und dem nachvollziehbaren Plot (Kind möchte mit Erwachsenem spielen, der muss aber arbeiten) erfreuen, sind die zahlreichen Dungeons & Dragons-Anspielungen für jeden Nerd eine helle Freude. Gravity Falls ist die erste Serie, bei der ich mir alle 10 Minuten dachte „Das muss ich mir irgendwann mit meinen Kindern anschauen“. Zwar werden vor allem zum Ende der zweiten Staffel einige Kreaturen, welche eindeutig von Lovecrafts Erzählungen inspiriert wurde, etwas heftig, sollten aber immer noch für Zwölfjährige verdaubar sein.

Das Beste habe ich mir aber bis zum Schluss aufgehoben: die drei Hauptcharaktere Mabel, Dipper und Gruncle Stan.

Quelle: https://disneynerd.files.wordpress.com/2016/02/138331_0001.jpg

Stan ist eben nicht nur der grumpy uncle, sondern hat zum einen diverse, gut dargestellte Gründe für seine schlechte Laune und zum anderen einen unglaublich gut und ausführlich dargestellten Hintergrund, der so manche Blockbuster-Primetime-Serie in ihre Schranken verweist. Dipper ist ebenfalls nicht einfach der 0815 von Abenteuern besessene Junge, der im Mittelpunkt der Serie steht und am Ende immer alles richtig gemacht hat. Zwar hat Dipper viele stereotypischen  Eigenschaften eines zwölfjährigen Jungens, liest aber auch gerne, gibt zu, dass er manchmal (psychisch und physisch) seiner Schwester unterlegen ist, spricht über seine Gefühle, weint und ist überhaupt einfach süß. Trotzdem ist die Pädagogik hier subtil versteckt und wird uns nicht mitten ins Gesicht geprügelt.

 And last, but definitely not least: Mabel.

Quelle: https://orig00.deviantart.net/3e73/f/2016/257/c/c/i_successfully_bedazzled_my_face__by_girlgamer1001-dahogc0.png

 

Mabel ist das beste, was ich jemals im Fernsehen und vermutlich sonst wo gesehen habe. Ich könnte hier einen kompletten Essay schreiben, warum ich Mabel liebe, aber am besten macht ihr euch selbst ein Bild. Trotzdem hier ein paar Highlights. In der ersten Folge dürfen sich am Ende beide Zwiliinge einen Gegenstand aus dem Mystery Shack Shop aussuchen. Während Dipper sich für eine Mütze entscheidet, trifft Mabel eine geniale Wahl: einen Enterhaken.

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Im weiteren Verlauf freundet Mabel sich mit einem Schwein und einem Meermann an, beschmiert unzählige Personen mit Glitzer, isst Unmengen an Zucker und liefert uns unendlich viele Zitate und tolle Momente. Vielleicht bin ich ein bisschen parteiisch, weil ich mich so unglaublich gut mit Mabel identifizieren kann, aber die diversen Highlight-Videos und -Gifs dieses Charakters schaffen es immer, mich für den restlichen Tag glücklich zu machen (oder in diversen unpassenden Situationen laut „GRAPPLING HOOK“ zu schreien.)

 

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Andreas

Andreas

Andi einen Text über sich selbst schreiben zu lassen, ist vermutlich nicht die beste Idee. Er würde nämlich nur erwähnen, wie toll, gutaussehend, schlau, höflich, verlässlich, kinderlieb und bescheiden er ist. Ist Andi nicht mit dem Schreiben von Texten, die nur er wirklich witzig findet, beschäftigt, geht er vermutlich einem seiner diversen Nerdhobbys nach: Entweder schiebt er kleine, selbstbemalte Zinnfiguren hin und her, beschäftigt sich mit vollkommen überteuerten Papprechtecken, auch bekannt als Magic, oder spielt absurd lange Brettspiele.

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