Schatzkiste: Sneakers – Die Lautlosen

Wie findet man so einen Schatz?

Da meine Mutter etwas gegen das Fernsehen hatte, bin ich ohne Fernseher aufgewachsen. Meine Eltern haben diesen Mangel durch eine stolze Sammlung von über 1000 Videokassetten und DVDs wieder wettgemacht. Sneakers – Die Lautlosen (Phil Alden Robinson, 1992) gehört dabei zu den Filmen, die ich am häufigsten mit meinen Eltern angeschaut hab. Deswegen schockierte es mich auch, dass trotz Schauspielgrößen wie Robert Redford (Der Pferdeflüsterer), Ben Kingsley (Gandhi), Sidney Poitier (Rat mal, wer zum Essen kommt) und Dan Aykroyd (Ghostbusters) so wenige Menschen diesen Film kennen.  
Da der Film mehr durch Humor als durch tolle Bilder glänzt, zeige ich euch stattdessen meine Lieblingsszenen aus dem Film.

 

Worum geht es?

1969 hackt der Student Marty (Robert Redford) mit seinem Kumpel Cosmo (Ben Kingsley) einen Bankcomputer, um von Richard Nixons Konto Geld an das Nationale Komitee zur Legalisierung von Marihuana zu überweisen. Während Marty kurz Pizza holen ist, wird Cosmo verhaftet.
Jahre später verdient Marty sein Geld damit, dass er mit seinen Freunden in Unternehmen einbricht, um für diese Firmen Sicherheitslücken in ihrem System zu finden.
Eines Tages beauftragen ihn zwei Männer, die angeblich von der NSA sind, einen kleinen schwarzen Kasten für sie zu besorgen. Marty kann sich nicht weigern, da die beiden über seine Vergangenheit und den Haftbefehl, der immer noch läuft, Bescheid wissen.
Marty trommelt seine Mannschaft zusammen: Mother (Dan Aykroyd), der mit seinen Verschwörungstheorien seinen Kollegen Crease (Sidney Poitier), einen ehemaligen CIA-Agenten, regelmäßig zur Weißglut bringt, Whistler (David Strathairn), der trotz – oder vielleicht gerade wegen – seiner Blindheit der Technik-Experte des Teams ist und der jugendliche Draufgänger Carl (River Phoenix).
Als sie den kleinen schwarzen Kasten in ihren Besitz gebracht haben, erkennen sie, dass sich unter dem schwarzen Gehäuse ein – nein DER – Codebrecher überhaupt befindet. Nach anfänglicher Euphorie darüber, jetzt jedes Sicherheitssystem in nur ein paar Sekunden knacken zu können, wird ihnen schnell klar, wie gefährlich ihre Entdeckung ist.

 

Was macht Sneakers – Die Lautlosen zu einem Schatz?

Ich mag diese alten Heist-Movies, weil sie an übertriebener Action und Brutalität sparen und stattdessen auf Humor setzen.
Sneakers ist trotz seiner inzwischen 25 Jahre gut gealtert – besser als einige meiner Bekannten zumindest – und heute noch genauso spannend wie damals.
Es ist ein Film, den man sich immer wieder anschauen kann, weil man jedes Mal neue Kleinigkeiten entdeckt. Die Dialoge sind präzise und punkten durch Selbstironie. Die Charaktere sind manchmal etwas eindimensional, machen das aber durch Liebenswürdigkeit wett, da man schnell jeden einzelnen ins Herz schließt.
Alles in allem ein Film, der im Stil von Ocean’s Eleven (irgendwo zwischen dem Original von 1960 und dem eher bekannten Remake) mit viel Humor und liebenswerten Charakteren glänzt.

Julia Jung

Julia Jung

Juju ist 25 Jahre alt und studiert den Master Text- und Kultursemiotik in Passau. Ihre Leidenschaft zum Schreiben hat sie schon im Kindesalter entdeckt. Das Einzige, was ihr mehr Spaß macht als Texte zu schreiben, ist sie auf Bühnen selbst vorzutragen.

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