Uni-Theater: Amphitryon

Wenn man sich bei dem Eis und Schnee derzeit überhaupt noch aus dem Haus wagt, dann vielleicht um sich ins antike Griechenland entführen zu lassen. Gestern Abend fand die Premiere des Stücks „Amphitryon“ (Heinrich von Kleist) der Uni-Theatergruppe Spielsucht statt. Nach Liliom und den Physikern ist Amphitryon die dritte Inszenierung von Spielsucht. Allerdings die erste unter der Leitung von Hannah Direktor, für welche die Produktion  gleichzeitig die erste Erfahrung als Regisseurin ist.

Kurz gefasst ist das Stück eine Verwechslungskomödie, welche im antiken Griechenland spielt (bei dieser Zusammenfassung des Inhalts stellt sich bei der Autorin ein Déjà-vu Erlebnis ein). Nach gewonnener Schlacht schickt Feldherr Amphitryon (Moritz Tostmann) seinen Diener Sosias (Franz Xaver Leonhard) nach Hause um dort die frohe Kunde zu verbreiten. Doch dieser wird noch vor dem Tor von seinem Doppelgänger (Florian Neumaier) in Verwirrung gestürzt und kehrt unverrichteter Dinge zurück. Amphitryons Gattin Alkmene (Dilara Willmann) wird indes in der Nacht von Zeus (Uli Gschwendter) (oder Jupiter, Kleist scheint eine Nachhilfestunde in griechischer Mythologie dringend notwendig gehabt zu haben – im Text werden griechische und römische Götternamen wild durcheinandergeworfen) in der Gestalt Amphitryons verführt. Die Ärmste kann die Empörung über ihren Mangel an Wiedersehensfreude des am nächsten Tag zurückkehrenden echten Amphitryons nicht nachvollziehen. Auch Diener Sosias und seine etwas widerborstige Gattin Charis (Anné Murrer) leiden unter von göttlichen Doppelgängern verursachten Kommunikationsproblemen.

Alkmene (Dilara Willmann) und Charis (Anna Murrer) – Foto: Sandra Kalhofer

Die Inszenierung, wenn auch eher schlicht, ist auf jeden Fall gelungen. Das Bühnenbild ist mit einer Bank, zwei dem aufmerksamen Uni-Theatergänger möglicherweise bekannten Efeu-Lampen und dem mit Säulen angedeuteten Hauseingang Amphitryons einfach gehalten. Die Kostüme sind leicht mittelalterlich anmutend, entziehen sich aber einer zeitlichen Einordnung. Auch schauspielerisch ist „Amphitryon“ gut.  Besonders erwähnenswert sind hier Moritz Tostmann, welcher den Amphitryon mit sehr viel Energie darstellt und Anné Murrers kratzbürstige Charis.

Die Sterblichen und ihre göttlichen Doppelgänger: Amphitryon und Jupiter, Merkur und Sosias – Foto: Sandra Kalhofer

Alles in allem bietet „Amphitryon“ eine gelungene Abendunterhaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Von kleinen Kampfeinlagen zu komischen und auch romantischen Szenen hin ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ein perfekter Abschluss nach einem langen Lern-Tag in der Prüfungsphase.

„Amphitryon“ ist noch am Dienstag 31.01, Donnerstag 02.02, Freitag 03.02 und Samstag 04.02 jeweils um 20:30 im ITZ Raum 017 zu sehen. Karten können über facebook bei Spielsucht reserviert oder an der Abendkasse erstanden werden.

Amphitryon (Moritz Tostmann) – Foto: Sandra Kalhofer

Maike Kölpin

Maike Kölpin

Maike (26) studiert im Master Staatswissenschaften und Internationale Beziehungen. Neben dem Studium begeistert sie sich für alles was mit Gesang, Musik, Schauspiel oder Superhelden zu tun hat und lässt andere gerne an ihrer Begeisterung teilhaben.

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