Was machen wir da eigentlich?

CampusFest_BandbattleWenn Tausende Menschen feiern was man da macht, dann ist man erstmal ziemlich überzeugt von dem, was man auf die Beine gestellt hat. Wenn Freunde und Eltern fragen, „Warum nochmal wendest du soviel Zeit dafür auf?“, schlägt die Überzeugung schnell in tief versunkenes Grübeln um. Ist das alles so richtig? Warum sollte jemand so viel Zeit dafür investieren, um am Ende mit nichts als ein paar gedrückten Händen und schönen Bilder da zu stehen?

Ganz oft höre ich das alles auch beim CampusFest Passau. 11147576_674692942656951_791781714611632287_n2014 gab es zum ersten Mal ein Sommerfest in der Mitte des Campus für alle Studierende und die Stadtbevölkerung. Frühere Bemühungen ein solches Fest zu veranstalten haben aus verschiedenen Gründen nie wirklich große Akzeptanz bei den Einheimischen der Universität erfahren. Umso schöner ist es, wenn bei der Erstausgabe im letzten Jahr gut 8000 Gäste über die ganze Woche Teil des Festes wurden.

Vier Wochen nach dem großen Fest mit Jamaram auf der CampusFest-Bühne gab es die abschließende Bilanz, mit der bereits die Planungen für das nächste Jahr begonnen hatten. Mitten im Wintersemester, kurz vor Weihnachten, ging es daran neue Mitglieder für das Organisationsteam zu suchen. Sieben Organisatoren im ersten Jahr waren definitiv zu wenig. Nach zwei Infoabenden und gut 30 Auswahlgesprächen traf sich im Januar das Team 2015 zum ersten Mal. Im Clubraum 1 über der Mensa saßen sich 13 Teamleiter gegenüber, von denen jeder einen Bereich bis zu den Festtagen betreuen werden würde. In diesen drei Stunden des ersten Beschnupperns ist dieser Gedanke aber noch sehr weit weg. Gut die Hälfte des Teams 2014 war noch da, der Rest wurde dann doch noch fertig mit dem Studium, und von den Neuen waren einige ohne Vorstellung vom CampusFest 2014. (Aber auch Quietschies können Persönlichkeiten und Fähigkeiten haben, die für solch ein Projekt für großen Nutzen sein können 😉 )

CampusFest Spülen

CampusFest-Aliens beim spülen Tausender Becher

Leider sind wir alle während der Planungszeit auch ohne Vorstellung der aktuellen Tatort-Ausgaben. Jeden Sonntag von 19 Uhr bis oft tief in die Nacht hinein wurde über die Planungen diskutiert. Während der Semesterferien kommen unzählige Telefonate und Mails mit Sponsoren oder Hochschulgruppen hinzu. Und in der Vorlesungszeit wird es zur interessantesten Aufgaben, in den Pausen zwischen Seminaren und Vorlesungen noch einen Kaffee für Besprechungen reinzuquetschen. Zwei Wochen vor dem Fest kommen dann alle zwei Tage noch Termine dazu, um kurzfristig Probleme zu beheben. Das kann dann auch mal bedeuten eine Nacht durch zu arbeiten, wenn die Programmhefte noch nicht fertig sind. In der Woche vor dem Fest stehen solche lustigen Dinge, wie – zum Beispiel – 2000 Becher waschen, auf dem Plan. Dadurch wird man wenigstens in das große Geheimnis eingeweiht, wo dieses Fließband mit dem dreckigen Geschirr in der Mensa hinläuft – in ein großes schwarzes Loch!

Nachdem man aus diesem Loch wieder zurück ist, darf man aber noch Helfer organisieren, Absagen bearbeiten und Räume für neue Programmpunkte organisieren. Bis zur Festwoche wird also niemandem langweilig. Für die Woche selbst hat jeder vom Team seine Wohnung wahrscheinlich schon abgemeldet. Das Schlimmste was das Organisationsteam, mit 13 Teamleitern und noch über 40 Teammitgliedern, machen könnte, wäre aber sicher diese Stunden zusammen zu rechnen.

Was man aber eher einmal aufdröseln sollte, sind die Stunden und Minuten, die das CampusFest allen anderen aufdrängt. Denn da sollte man sich wirklich mal fragen: Was machen wir da eigentlich?

CampusFest_Programmhefte

Selten sieht ein Produkt einer Nacht so gut aus!

Die Gruppen, die wochenlang für ihren Auftritt proben und damit das Programm erst zum Leben erwecken, die Hochschulgruppen, die neben ihrem Tagesgeschäft noch einen Infostand aufstellen, um auf sich aufmerksam zu machen und die Gruppen, die Redner einladen um den Fokus auf ein bestimmtes Thema zu richten.

Die regionalen Firmen waren letztes Jahr schon begeistert vom Konzept und haben sich dieses Jahr zum Teil ganz gezielt gemeldet um das Fest zu unterstützen. Auch dort sind Personen, die sich mit dem Fest auseinandersetzen. Das beste Beispiel ist zwar ein leicht überregionales, aber ein sehr gutes. Wenn sich eine Firma wie Red Bull meldet, wird man erst mal stutzig. Wenn nach dem Engagement des Brauseherstellers im letzten Jahr sogar ein positives Feedback kommt, ist das schon etwas, worauf man aufbauen kann. Aus dieser Begeisterung der Firma kam auch die Idee, im Jahr 2015 dem Red Bull Tourbus eine Station mit dem CampusFest Passau hinzuzufügen. Einsteigen bitte!

Das CampusFest sieht sich selbst gerne als Studentenfestival in Passau. Mit der Größe der Veranstaltung ruft das natürlich auch andere Festivitäten im Raum Niederbayern auf den Plan. Sowohl in der Stadt, als auch im ganzen Regierungsbezirk ist das CampusFest eine Hausnummer, die man als Veranstalter auf dem Plan haben sollte. Auch deswegen werden wir uns vermehrt darum kümmern, mit anderen Konzertveranstaltern auf Kompromisse zu einigen, damit vor allem die Studenten möglichst auf jedes Festival, wie z.B. das Pfingst-Open-Air, gehen können.

Von Anfang an war klar, dass wir das CampusFest nur veranstalten wollen, wenn wir einen Headliner in die Stadt lotsen können, der diesem Campus angemessen ist. Letztes Jahr hat Jamaram mit ihrem Auftritt großes Aufsehen erregt. Studenten wie Passauer, feierten zusammen bis tief in die Nacht. Das ist auch zu anderen Bands, bzw. deren Labels und Promotern durchgedrungen. Wir waren vollkommen überrascht, als sich Bands im Herbst meldeten, die auf unserer Bühne spielen wollten. Also auch hier sitzen Menschen, die sich mit dem neuen Namen CampusFest Passau auseinander setzen und für die Organisation Stunden aufwenden.

Zu guter letzt sind es dann noch die gut 150 Helfer, ohne die gar nichts gehen würde.

CampusFest-Platz

CampusFestPlatz zwischen FIM, ITZ und Verwaltungsgebäude

Jeder von ihnen wendet mindestens zwei Stunden für eine Schicht auf. Viele sind bis zu fünf mal an Bars oder in Ordnerwesten anzutreffen. Wären diese viele Studenten nicht bereit diese Zeit aufzuwenden, könnte das Fest nicht stattfinden, und keiner könnte ein einziges Getränk kaufen um damit das Sommerfest der Uni Passau zu bezahlen. Die Leute, die am Ende dann die Getränke bezahlen, darf man natürlich auch nicht vergessen. Das sind die, für die dieses Fest organisiert wird. Die vielen tausend Gäste mit denen wir zusammen unseren, den schönsten Campus Deutschlands, feiern möchten. Kommilitonen, Passauer, Freunde, Familie. Jeder ist eingeladen und kommt vorbei.

Das Fest hat zwei oberste Grundsätze. Erstens: Jeder ist willkommen und darf mitmachen. Zweitens: Alles, bis auf Partys, ist kostenlos.

Gerade beim letzten Punkt muss man ein viel zu oft benutztes, schlechtes Wortspiel bemühen. Dieses Fest ist gratis, aber auf keinen Fall umsonst!

An die 10.000 Personen werden also in irgendeiner Weise direkt berührt. Viel mehr noch bekommen es auf alle erdenklichen Weisen mit. Doch wie weit so ein Fest reichen kann, und wie viele Menschen ihren Wochenplan danach ausrichten, war für uns ebenso ein Wahnsinn.

Was machen wir da eigentlich? Etwas, das gar nicht so verkehrt ist.

Das ganze Programm und alle Infos zum Fest gibts auf Facebook und auf www.campusfest-passau.de
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